Zwei Tage, neun bilaterale Gespräche: Russlands Präsident Wladimir Putin will den Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Kirgistan für eine Serie hochrangiger Treffen nutzen. Auf seinem Terminkalender stehen Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping, Indiens Premierminister Narendra Modi, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und Irans Präsident Massud Peseschkian.
Der Gipfel findet am Montag und Dienstag in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek statt. Die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit hat die Termine 31. August und 1. September bestätigt. China, Indien, der Iran und Russland gehören zu den zehn Mitgliedstaaten des Bündnisses.
Nach Angaben von Putins außenpolitischem Berater Juri Uschakow soll es bei den Gesprächen unter anderem um Russlands Krieg gegen die Ukraine, den Krieg des Irans gegen die USA und Israel sowie um die geplante Gaspipeline Kraft Sibiriens 2 gehen.
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Putin und Xi sprechen über neue Gaspipeline
Putin will Xi bereits am Montag treffen. Das chinesische Außenministerium bestätigte Xis Teilnahme und kündigte Beratungen über internationale und regionale Fragen an. Uschakow zufolge soll die neue Gasleitung Kraft Sibiriens 2 zu den konkreten Themen des Treffens gehören.
Die geplante, rund 2600 Kilometer lange Pipeline soll Erdgas aus den russischen Feldern auf der Jamal-Halbinsel über die Mongolei nach China transportieren. Vorgesehen ist eine Kapazität von 50 Milliarden Kubikmetern pro Jahr. Das entspräche fast der früheren Kapazität der inzwischen stillgelegten Pipeline Nord Stream 1.
Für Russland ist das Projekt besonders wichtig, weil das Land nach dem weitgehenden Verlust seines europäischen Absatzmarktes mehr Gas nach Asien verkaufen will. Russland und China haben sich grundsätzlich über Trasse und Bau verständigt. Nach einem Überblick von Reuters sind zentrale Fragen wie Gaspreis und Zeitplan jedoch weiterhin ungeklärt.
Ukraine-Krieg steht in Bischkek auf der Tagesordnung
Ebenfalls für Montag ist ein Treffen Putins mit Modi geplant. Das indische Außenministerium bestätigte die Begegnung. Indien und China gehören trotz der Sanktionen der USA und der EU zu den wichtigsten Handelspartnern Russlands.
Modi hat wiederholt ein Ende des russischen Angriffskriegs gefordert, zugleich aber die Beziehungen zu Russland fortgeführt. Beide Politiker werden sich wenige Tage später erneut begegnen: Am 12. und 13. September findet der Brics-Gipfel in Neu-Delhi statt.
Am Dienstag will Putin mit Erdogan über den Krieg in der Ukraine und die Angriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer sprechen. Russische und ukrainische Streitkräfte setzen dort unter anderem Drohnen gegen Schiffe und Hafenanlagen ein. Die Türkei bemüht sich um eine Vereinbarung, die den Schiffsverkehr besser schützen soll.
Putin und Peseschkian beraten über Iran-Krieg
Mit Peseschkian soll Putin nach Angaben Uschakows vor allem über die Lage im Nahen Osten sprechen. Russland und der Iran verbindet eine strategische Partnerschaft. Der Iran setzt im Krieg gegen die USA und Israel auf politische und wirtschaftliche Unterstützung durch die russische Regierung.
Putin plant außerdem Gespräche mit den Staatschefs von Kasachstan, Tadschikistan, der Mongolei und Kirgistan sowie mit Armeniens Regierungschef Nikol Paschinjan. Dessen Kurs in Richtung EU sorgt für wachsende Spannungen mit Russland.
Nach dem Gipfel reist Putin weiter zum Östlichen Wirtschaftsforum nach Wladiwostok. Dort will er am 3. September eine Rede halten und unter anderem den indonesischen Präsidenten Prabowo Subianto treffen.
Die Serie von Gesprächen besitzt für Putin auch symbolischen Wert. Die russische Führung kann damit demonstrieren, dass wichtige Staaten Asiens und des Nahen Ostens trotz des seit 2022 andauernden Angriffskriegs und der westlichen Sanktionen weiter auf höchster Ebene mit Russland zusammenarbeiten.
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