Ukrainekrieg

Putin kündigt Oster-Waffenruhe in der Ukraine an und lobt Trump – Selenskyj reagiert

Russlands Präsident hat anlässlich des Osterfestes eine Waffenruhe in der Ukraine angekündigt. Zugleich hat er die Friedensbemühungen von Donald Trump begrüßt.

Katerina Alexandridi
3 Min
Russlands Präsident Wladimir Putin hat anlässlich des Osterfestes eine Waffenruhe für die russischen Truppen im Ukraine-Konflikt angekündigt.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat anlässlich des Osterfestes eine Waffenruhe für die russischen Truppen im Ukraine-Konflikt angekündigt.

© Vyacheslav Prokofyev/AFP

Russlands Präsident Wladimir Putin hat überraschend eine vorübergehende Waffenruhe in der Ukraine anlässlich der Ostertage angekündigt. Laut einer am Samstag veröffentlichten Erklärung tritt die Waffenruhe um 18 Uhr Ortszeit (17 Uhr MEZ) in Kraft.

„Aus humanitären Erwägungen heraus erklärt die russische Seite heute von 18 Uhr bis Mitternacht, von Sonntag auf Montag, einen Osterfrieden“, heißt es. „Ich ordne an, dass alle militärischen Aktionen für diesen Zeitraum eingestellt werden“, fügte Putin während eines Treffens mit Russlands Generalstabschef Waleri Gerassimow hinzu. Der Kremlchef gehe davon aus, dass die Ukraine „unserem Beispiel folgen wird“. Wie er jedoch erklärte, müssten die russischen Streitkräfte auf mögliche Verstöße oder Provokationen vorbereitet sein.

Wenige Minuten nach Putins Erklärung einer einseitigen Waffenruhe reagierte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit einem Beitrag auf Telegram. Er berichtete, dass in der gesamten Ukraine ein Luftangriffsalarm ausgelöst worden sei und russische Kampfdrohnen am Himmel gesichtet wurden. „Die ‚Schahed‘-Drohnen in unserem Himmel sind Putins wahre Einstellung zu Ostern und zum menschlichen Leben“, schrieb Selenskyj.

Trump hatte mit US-Ausstieg aus Ukraine-Verhandlungen gedroht

Bei seinem Treffen mit Gerassimow richtete Putin zudem eine Botschaft an US-Präsident Donald Trump: Russland sei bereit zu Friedensgesprächen und begrüße die Bemühungen der US-Regierung, eine friedliche Lösung des Konflikts in der Ukraine zu finden. Der russische Präsident dankte auch China und den anderen Brics-Staaten für ihre Friedensinitiativen. „Wir unsererseits waren immer für [Friedensgespräche] bereit und unterstützen in jeder Hinsicht die Bestrebungen [...] einer gerechten und friedlichen Lösung der Ukraine-Krise“, so Putin weiter.

Präsident Wladimir Putin und der Chef des Generalstabs der russischen Streitkräfte Waleri Gerassimow

Präsident Wladimir Putin und der Chef des Generalstabs der russischen Streitkräfte Waleri Gerassimow

© Vyacheslav Prokofyev/AFP

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Trump sagte am Freitag in Washington, wenn die Ukraine oder Russland die Gespräche sehr schwierig machten, würden die USA auf ihre Teilnahme verzichten. Er deutete eine Entscheidung „in sehr kurzer Zeit“ an. Trump wollte weder dem russischen Präsidenten Wladimir Putin noch dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die Schuld für die mangelnden Fortschritte geben. Er betonte, dass beide Seiten Fortschritte erzielen müssten.

Eines der wenigen Zugeständnisse, die Trump Russland im Bemühen um eine Waffenruhe abgerungen hatte, war ein von Putin im März verkündetes 30-tägiges Moratorium für Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur. Am Freitag erklärte der Kreml dieses Moratorium für beendet. Es gebe diesbezüglich keine neuen Anweisungen von Putin, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Einen gemeinsamen von den USA und der Ukraine vorgelegten Vorschlag für eine bedingungslose und vollständige Waffenruhe hatte Putin abgelehnt.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner