Fußball

„Reality-Check“: Querfeld kämpft beim 1. FC Union Berlin um seinen Stammplatz

Einst gesetzter Abwehrchef, nun im Konkurrenzkampf: Leopold Querfeld muss sich bei Union Berlin neu beweisen – und zieht daraus Positives.

3 Min
Nicht mehr unangefochten: Leopold Querfeld kämpft beim 1. FC Union Berlin um seinen Stammplatz.

Nicht mehr unangefochten: Leopold Querfeld kämpft beim 1. FC Union Berlin um seinen Stammplatz.

© dts Nachrichtenagentur/imago

Leopold Querfeld blieb als Einziger noch etwas länger auf dem Feld. Trainer Mauro Lustrinelli hatte das Mannschaftstraining des 1. FC Union am Dienstagvormittag eigentlich schon beendet, begutachtete nun aber, wie sein Innenverteidiger noch eine Extra-Übung absolvierte. Der Österreicher trainierte mit zwei von Lustrinellis Co-Trainern den Spielaufbau, erhielt vom einen den Ball, wurde vom anderen angelaufen und musste selbst auf ein Minitor in mittlerer Entfernung schießen.

Querfeld im Dreikampf um seinen Platz

Querfeld, so scheint es, hat den Ernst der Lage erkannt. Einst Abwehrchef der Fünferkette, mit Diogo Leite zu seiner Linken und Danilho Doekhi zu seiner Rechten, dirigierte Querfeld noch bis in den April dieses Jahres das Unioner Aufbauspiel. 

Doch dann kam Marie-Louise Eta im Saisonfinale und machte aus der Fünfer- eine Viererkette. Auch ihr Nachfolger Mauro Lustrinelli lässt bislang in dieser Formation spielen. Und Querfeld muss plötzlich deutlich härter um seinen Stammplatz kämpfen.

Auf der linken Seite bevorzugt Lustrinelli einen linksfüßigen Spieler, zuletzt meist Felix Udokhai. Daneben muss sich Querfeld nun gegen Neuzugang Zeno Van Den Bosch und Rückkehrer Marvin Friedrich behaupten.

Leopold Querfeld hilft beim Abbau, nachdem er länger auf dem Trainingsplatz geblieben war.

Leopold Querfeld hilft beim Abbau, nachdem er länger auf dem Trainingsplatz geblieben war.

© Engler/Nordphoto/imago

Nachdem er die Minitore vom Feld getragen, noch ein paar Bälle mit einer jungen Anhängerin hin und her gespielt und sich von den Physiotherapeuten des Klubs behandeln lassen hat, präsentierte er sich in den Räumen des Stadions An der Alten Försterei den Medienvertretern und äußerte sich zu seiner Situation.

Saisonstart war ein „Reality-Check“

Insgesamt seien es keine leichten Wochen gewesen, „nicht nur für mich, sondern auch für uns als Mannschaft“, sagte Querfeld. Nach vier Spielen steht der Klub schließlich bei nur einem Punkt und 17 Gegentoren auf dem vorletzten Platz in der Bundesliga. Er selbst hatte dabei nicht immer die beste Figur abgegeben, verschuldete etwa beim 3:3 gegen Eintracht Frankfurt einen Gegentreffer.

Doch der Österreicher versuchte, auch Positives aus dem Fehlstart zu ziehen. Manchmal, so sagte er, brauche es einen solchen „Reality-Check“, man müsse „aus diesen Phasen lernen, um die bessere Version von einem selbst zu werden“, schilderte er.

Auch der für ihn gesteigerte Konkurrenzkampf störe ihn daher nicht allzu sehr. „Ich glaube, Konkurrenzkampf ist auch etwas Positives, er kann die Leistungen im Training fördern.“ Dass er selbst nach dem Training noch länger blieb, zeugt davon, auch wenn Querfeld erklärte, dass er das regelmäßig tue, um seine persönlichen Schwerpunkte noch stärker zu fokussieren.

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Er selbst wolle in Zukunft wieder vorangehen. „Ich versuche, der Mannschaft mit meiner Qualität zu helfen, sie auch mit meiner Qualität zu führen“, sagt er. Denn: Über allen persönlichen Dingen stehe die Mannschaft, mit der er in den nächsten Wochen wieder erfolgreicher spielen möchte. Nach dem 0:7 in München und drei Wochen Pause zwischen den Spielen freue er sich daher, am Sonnabend gegen den SV Elversberg zu zeigen, „was eigentlich in uns steckt“.

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