Große Ferien, kleine Anreise

Radurlaub statt Anreise-Stress: Vom geheimen DDR-Politbüro-Viertel bis zur Ostsee

Egal ob 16-Kilometer-Seerunde oder Sechs-Tage-Tour ans Meer: Die schönsten Radtouren ab Berliner S-Bahnhof – plus Tipps zu Gepäck und Schlafplatz.

9 Min
So stressfrei kann Urlaub sein: Einfach aufs Fahrrad steigen und Berlins einzigartiges Umland erkunden.

So stressfrei kann Urlaub sein: Einfach aufs Fahrrad steigen und Berlins einzigartiges Umland erkunden.

© Elena Shishkina/imago

Samstagmorgen, 8 Uhr, die A24 Richtung Ostsee: Stoßstange an Stoßstange, aus dem Kindersitz wird gequengelt, das Navi meldet 90 Minuten Verzögerung. Zur selben Zeit schiebt drei Kilometer weiter eine Frau ihr Fahrrad aus der S-Bahn, klickt die Trinkflasche in die Halterung und tritt in die Pedale. In zwanzig Minuten wird sie unter Kiefern rollen, warmen Harzgeruch in der Nase, nichts als das Surren der Reifen auf dem Asphalt. Ihr Urlaub hat bereits begonnen.

Während sich die Profis der Tour de France in diesen Tagen die Alpenpässe hinaufquälen, wartet auf Berliner Hobbyradler die deutlich freundlichere Variante: die Tour de Brandenburg. Keine Berge, keine Stürze, keine Dopingkontrolle (hallo, oh, du schönes Hefeweizen!)

Und auch die Kulisse kann mithalten: Feldsteinkirchen aus dem Mittelalter, Storchennester auf Scheunendächern und Alleen, deren Kronen sich über der Straße zu grünen Tunneln schließen. Vielleicht gibt es nicht so viele prachtvolle Schlösser, dafür gewinnt das Berliner Umland mit Naturidylle. Wussten Sie zum Beispiel, dass jeder achte deutsche Baum ein Brandenburger ist?

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