Ukraine-Krieg

Raketen auf Kiew, Drohnen auf Moskau – Angriffe begleiten neue Gesprächspläne

Während Washington neue Verhandlungen vorantreibt, gehen die Angriffe weiter. Kiew meldet Tote, Moskau Hunderte abgefangene Drohnen.

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Ein russischer Drohnenangriff hat ein Wohnhochhaus in Kiew beschädigt. Bei dem Angriff am 21. Oktober wurden zwei Menschen getötet

Ein russischer Drohnenangriff hat ein Wohnhochhaus in Kiew beschädigt. Bei dem Angriff am 21. Oktober wurden zwei Menschen getötet

© Volodymyr Tarasov/Ukrinform/imago

Russland und die Ukraine haben sich trotz der Aussicht auf neue diplomatische Bemühungen erneut mit Raketen und Drohnen angegriffen. Bei russischem Beschuss wurden nach ukrainischen Behördenangaben vom Donnerstag laut der Nachrichtenagentur AFP sieben Menschen getötet. In Kiew wurden demnach mindestens 15 Menschen verletzt.

Russland meldete seinerseits die Abwehr von mehr als 800 ukrainischen Drohnen. Wenige Stunden zuvor hatte der Kreml nach einem Treffen von Präsident Wladimir Putin mit US-Sondergesandtem Steve Witkoff eine Wiederaufnahme von Verhandlungen in Aussicht gestellt.

Mehrere Angriffswellen auf Kiew

Die ukrainische Hauptstadt wurde über Stunden mit ballistischen Raketen angegriffen. Nach einem Bericht der Kyiv Post gab es mindestens vier Angriffswellen. Unter den 15 Verletzten waren demnach zwei 15-jährige Jugendliche. Acht Verletzte wurden in Krankenhäusern behandelt. Beschädigt wurden auch eine Rettungsstation und sechs Rettungswagen.

Bürgermeister Vitali Klitschko meldete zudem Schäden an der Metro-Infrastruktur auf einer Brücke. Dadurch kam es zu Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr. Die ukrainische Luftwaffe warnte am frühen Morgen vor weiteren ballistischen Raketen auf Kiew und rief die Bevölkerung auf, in den Schutzräumen zu bleiben.

In Sumy im Nordosten der Ukraine starb nach Behördenangaben in der Nacht ein Mann, in Charkiw eine Frau. Drei weitere Menschen wurden demnach in Saporischschja getötet, zwei in der Region Donezk. Die Angaben zu Opfern und Abschüssen ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Russland meldet Hunderte Drohnen

Auch Moskau und weitere russische Regionen waren Ziel nächtlicher Angriffe. Das russische Verteidigungsministerium erklärte nach einem Bericht von Kommersant, zwischen Mittwochabend und Donnerstagmorgen seien 808 ukrainische Drohnen über verschiedenen Regionen und dem Schwarzen Meer abgeschossen worden. Eine unabhängige Bestätigung dieser Zahl lag zunächst nicht vor.

Nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters Sergej Sobjanin wurden 163 Drohnen beim Anflug auf die Hauptstadt abgefangen. Zwei Menschen wurden laut den russischen Behörden verletzt. Der Gouverneur der Region Tula meldete 70 zerstörte Drohnen. In der Region Lipezk wurde demnach ein Mann verletzt.

Kreml signalisiert Gesprächsbereitschaft

Die Angriffe folgten auf Witkoffs Besuch bei Putin am Mittwoch in St. Petersburg. Das Gespräch dauerte nach Kremlangaben rund drei Stunden. Zuvor hatte der US-Gesandte am Dienstag in Oslo mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und europäischen Vertretern beraten.

Nach Angaben des ukrainischen Präsidialamts sollte Witkoff die gemeinsam erörterten Ideen nach Russland mitnehmen und Kiew anschließend über die Ergebnisse informieren. An den Gesprächen in Oslo waren auch Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre und Finnlands Präsident Alexander Stubb beteiligt. Jared Kushner wurde online zugeschaltet.

Kreml: Neue Ansätze „nicht allzu nützlich“

Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow erklärte anschließend, Russland sei bereit, im Zeitraum vom 10. bis 19. November wieder im Dreierformat mit den USA und der Ukraine zu verhandeln. Im Mittelpunkt solle eine Sicherheitsordnung für Russland und die Ukraine nach Kriegsende stehen, berichtete Interfax unter Berufung auf Uschakow.

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Eine Einigung über die übermittelten Vorschläge zeichnete sich jedoch nicht ab. Uschakow sagte weiter, die neuen Ansätze der Europäer und Kiews enthielten für eine Beilegung des Krieges „nicht allzu viel Nützliches“. US-Präsident Donald Trump hatte sich nach dem Treffen dagegen zuversichtlich über ein baldiges Kriegsende geäußert.

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