Rammstein

Rammstein-Opfer erfunden? Berliner Staatsanwaltschaft wirft Dennis K. Betrug vor

Dennis K. soll mehr als 10.000 Euro „Hilfe für Rammstein Anwalts Opfer“ gesammelt und in seine Tasche gesteckt haben. Nun muss er sich vor Gericht verantworten.

4 Min
Gegen Rammstein-Sänger Till Lindemann (Archivbild) wurden 2023 schwere Vorwürfe erhoben, die dieser dementierte. Dennis K. soll dies laut Berliner Staatsanwaltschaft für einen Betrug genutzt haben.

Gegen Rammstein-Sänger Till Lindemann (Archivbild) wurden 2023 schwere Vorwürfe erhoben, die dieser dementierte. Dennis K. soll dies laut Berliner Staatsanwaltschaft für einen Betrug genutzt haben.

© Markus Wächter/Berliner Zeitung

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat Anklage gegen Dennis K. erhoben. Der 48-Jährige muss sich bald vor dem Amtsgericht Tiergarten wegen Betrugs verantworten.

Konkret beschuldigt die Berliner Staatsanwaltschaft Dennis K., im Juni 2023 auf einer Spendenplattform im Internet zu einer Spendenaktion unter dem Motto „Hilfe für Rammstein Anwalts Opfer“ aufgerufen zu haben – und dabei „bewusst wahrheitswidrig“ vorgegeben zu haben, die Spenden sollten zur finanziellen Unterstützung einer Frau im juristischen Kampf gegen die Band Rammstein genutzt werden.

Spenden laut Anklage für eigene private Zwecke verwendet

Die mutmaßlich betroffene Person habe laut den Behauptungen von Dennis K. eine presserechtliche Abmahnung von dem Management der Band erhalten und müsse sich anwaltliche Hilfe nehmen. Dies habe, so der Kenntnisstand der Berliner Staatsanwaltschaft, nicht den Tatsachen entsprochen.

Es seien auf den Online-Aufruf hin Spendengelder in Höhe von mehr als 10.000 Euro zusammengekommen, die der Angeklagte für eigene private Zwecke verwendet haben soll. Er soll dies zudem, so argumentiert die Berliner Staatsanwaltschaft, von Anfang an so geplant haben.

Till Lindemanns Anwälte feierten Erfolge vor Gericht

Hintergrund sind die Vorwürfe aus dem Jahr 2023 gegen Rammstein-Sänger Till Lindemann. Ab Mai 2023 hatten mehrere Frauen (großteils anonym) gegenüber verschiedenen Zeitungen angegeben, Lindemann habe sich ihnen gegenüber bei Aftershowpartys seiner Band Rammstein übergriffig verhalten, teils unter Zuhilfenahme von Betäubungsmitteln.

Lindemann ließ diese Vorwürfe über seine Anwälte von Anfang an dementieren. Die Berliner Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen gegen Lindemann am 29. August 2023 ein – mangels stichhaltiger Beweise. Lindemanns Anwälten war es zudem durch diverse Gerichtsverfahren gelungen, dass einige Presseartikel nachträglich korrigiert werden mussten – und bestimmte Verdachtsäußerungen gegen Lindemann nicht wiederholt werden dürfen.

GoFundMe: Durch 529 Spenden insgesamt 10.669 Euro

Auf der Spendenplattform GoFundMe lässt sich nach wie vor ein Spendenaufruf unter dem Titel „Hilfe für Rammstein Anwalts Opfer“ finden. Bei einem ursprünglich angegebenen Spendenziel von 7000 wurden laut GoFundMe durch 529 Spenden insgesamt 10.669 Euro von einem Dennis K. in dieser Causa gesammelt.

Eine Frau, „die im Zuge der Berichterstattung über Rammstein Post bekommen hat“, so Dennis K. damals in seinem Spendenaufruf, habe sich bei ihm gemeldet. „Es ist ein unerträglicher Zustand, dass Opfer sexualisierter Gewalt zum Schweigen gebracht werden sollen“, so heißt es in Dennis K.s damaligem Aufruf, „während Täter sich feiern lassen.“ Die Spenden würden verwendet, um ihr juristisch zu helfen, sich dagegen zu wehren.

Darum musste der Gerichtstermin verschoben werden

Die Verhandlung im Betrugsprozess gegen Dennis K. sollte ursprünglich am 30. Juni 2026 stattfinden. Der Termin musste allerdings verschoben werden; zunächst auf den 21. September 2026.

Wie diese Zeitung von einer Sprecherin der Berliner Strafgerichte auf Nachfrage hin erfahren hat, war nun allerdings eine erneute Verschiebung des Termins aus organisatorischen Gründen notwendig.

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Grund ist laut Angaben der Sprecherin, dass die zuständige Abteilung am Gericht eine andere, bereits begonnene Verhandlung innerhalb der gesetzlichen Drei-Wochen-Frist  fortsetzen musste. Dafür musste der Termin im Betrugsprozess gegen Dennis K. zunächst weichen.

Die Verhandlung wird laut aktuellem Stand am 29. Oktober 2026 unter dem Aktenzeichen 248 Ds 29/26 beginnen. In dem Verfahren wird sich klären, ob der erwähnte Spendenaufruf dem angeklagten Betrug zugrunde liegt.

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