Deutschrap

Rapper Haftbefehl unter „ärztlicher Aufsicht“: Auch Konzert in Berlin abgesagt

Ein Jahr nach der erschreckenden Doku über den Rapper Haftbefehl muss dieser sämtliche Konzerte seiner geplanten Tour absagen. Hintergrund sei sein Gesundheitszustand.

3 Min
Muss aus gesundheitlichen Gründen alle Konzerte absagen: der Rapper Haftbefehl.

Muss aus gesundheitlichen Gründen alle Konzerte absagen: der Rapper Haftbefehl.

© Ondro/dpa

Vor ziemlich genau einem Jahr sorgte die Netflix-Dokumentation über den Offenbacher Rapper Haftbefehl deutschlandweit für Aufsehen. Der Film zeigte schonungslos seinen Kampf mit der Kokainsucht und löste eine breite gesellschaftliche Debatte aus.

Nun muss der Rapper aufgrund seines Gesundheitszustands sämtliche Konzerte seiner geplanten Tour absagen. Auch das bereits am Sonntag anstehende Konzert in der Berliner Max-Schmeling-Halle ist davon betroffen.

Haftbefehl muss sich auf seine Gesundheit konzentrieren

Wie sein Bruder Cem Anhan – den meisten besser als Rapper Capo bekannt – in einem Video auf Instagram mitteilte, kann sein fünf Jahre älterer Bruder momentan nicht selbst zu seinen Fans sprechen. Deshalb habe die Familie entschieden, „seine angesagten Konzerte abzusagen“. Haftbefehl sollte noch im Oktober in Düsseldorf und Berlin auftreten. Anhan erklärt: „Er befindet sich gerade unter ärztlicher Aufsicht und muss sich gerade voll und ganz auf seine Gesundheit konzentrieren.“

Anschließend entschuldigte sich Anhan stellvertretend bei den Fans seines Bruders. Man wisse, dass viele enttäuscht seien, bitte aber darum, die Entscheidung zu respektieren. Beim Ticketanbieter Eventim sind die Konzerte in Berlin und Düsseldorf nach wie vor gelistet.

Haftbefehl, der mit bürgerlichem Namen Aykut Anhan heißt, kämpft seit längerem mit gesundheitlichen Problemen und den Folgen seines Kokainkonsums in der Vergangenheit. Der 40-jährige Musiker kommt aus Offenbach am Main und lebt inzwischen mit seiner Familie in der Nähe von Stuttgart. Bereits im Juni hatte er nach mehreren kurzfristig abgesagten Festivalauftritten eine Pause angekündigt und sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Als Grund verwies er damals auf die im Oktober vergangenen Jahres erschienene Doku „Babo – Die Haftbefehl-Story“, in der er offen über Drogensucht und die Folgen seines Kokainkonsums spricht. Der Film löste im Herbst 2025 eine breite gesellschaftliche Debatte über Drogensucht, soziale Ungleichheit und die generelle Verantwortung von Deutschrap aus.

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Während viele Zuschauer von den schonungslos gezeigten Folgen seiner Drogensucht erschüttert waren, kritisierten andere, die Dokumentation stelle das Leid des Rappers voyeuristisch zur Schau und verkläre ihn trotz seiner problematischen Songtexte zum authentischen Sprachrohr einer ganzen Generation.

Auch Haftbefehls durch den langjährigen Drogenkonsum auffällig veränderte und operierte Nase wurde zum Thema. Zugleich wurde diskutiert, ob seine Musik und Lebensgeschichte im Schulunterricht behandelt werden sollten.

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