Hip-Hop

Rapperin Juju über ihre Schulzeit in Neukölln: Deutsche Mitschüler wurden „angestochen oder abgezogen“

Beleidigungen und Gewalt gehörten für Juju zum Aufwachsen in Berlin dazu. In einem Podcast blickt die Rapperin zurück und erzählt, was sich seitdem verändert hat.

3 Min
Wurde vor rund zehn Jahren als eine Hälfte des Rap-Duos SXTN bekannt: die Berliner Rapperin Juju

Wurde vor rund zehn Jahren als eine Hälfte des Rap-Duos SXTN bekannt: die Berliner Rapperin Juju

© Derix/Imago

Sie wuchs im Herzen Neuköllns auf, ging auf der Sonnenallee zur Schule und wurde vor etwa zehn Jahren mit ihren provokanten Texten deutschlandweit als eine Hälfte des Rap-Duos SXTN bekannt. Seitdem ist Juju fester Bestandteil der deutschen Hip-Hop-Szene und auch als Solokünstlerin erfolgreich.

Rapperin Juju: „Früher war das schon viel krasser“

Nun war die 33-jährige Berliner Rapperin mit dem bürgerlichen Namen Judith Wessendorf im Podcast „Gib ma Feuer!“ des Battlerappers und Stand-up-Comedians Samuel Sibilski, besser bekannt als Ssynic, zu Gast. Darin spricht sie nicht nur über das Musikbusiness, männliche Rap-Kollegen, den Umgang mit Geld und ihr Comeback, sondern blickt auch auf ihr Aufwachsen in Neukölln zurück.

Noch viel mehr als heute sei es damals besonders als Frau gefährlich gewesen, sich durch die Straßen jenes Bezirks zu bewegen. Man habe äußerst selbstbewusst auftreten müssen, um nicht angesprochen oder beleidigt zu werden. Auch sie habe diese „harte Schule“ durchmachen müssen. In der U-Bahn habe sie beispielsweise schnell gelernt, wie sie sich zu verhalten hat oder dreinschauen müsse, um nicht von Männern angesprochen zu werden.

Seitdem habe sich einiges verändert. „Das war früher wirklich viel krasser“, erzählt sie rückblickend und betont, dass ihr in ihrer Jugend häufig fremde Männer hinterhergepfiffen und sie beleidigt hätten. So sehr wie damals sei dieses unsittliche Verhalten heute nicht mehr an der Tagesordnung.

Auf die Nachfrage, warum sie dennoch in Neukölln geblieben sei, antwortet sie: „Ich war auch mal in Marzahn, da habe ich eine Kopfnuss bekommen.“ Es sei normal, dass die Leute in den „Problembezirken“ Streit suchten. In welchem dieser Bezirke sie wohne, habe sich letztendlich nur marginal auf ihre Situation ausgewirkt.

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Im Laufe des Podcasts betont Juju dann, dass man es als Junge oder Mann nicht unbedingt besser gehabt habe: „Im Gegenteil! Gerade die Deutschen nicht.“ Demnach seien alle Deutschen an ihrer Schule – „das waren ja nicht so viele“ – mindestens einmal „angestochen oder abgezogen“ worden. Bis zur neunten Klasse besuchte die Tochter eines Marokkaners und einer Deutschen das Neuköllner Ernst-Abbe-Gymnasium auf der Sonnenallee.

Beispielhaft erzählt sie: „Der Typ, bei dem ich meinen ersten Track aufgenommen habe, hatte auch ein paar Löcher im Bauch, weil er abends irgendwann mal abgezogen wurde.“

Noch einmal hakt der Podcast-Host nach, weshalb sie nach ihrem Erfolg nicht aus Neukölln oder Kreuzberg weggezogen sei. Zwar habe sie auch schon darüber nachgedacht, doch wachse das Gras auf der anderen Seite nicht immer grüner „Ich habe eine Zeit lang am Schlesi gewohnt, das war Katastrophe. Da will ich nicht wieder hin.“


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