Gärtnerinnen und Gärtner wissen – jetzt ist Pflanzzeit. Höchste Eisenbahn, noch leer stehende Blumenkästen mit Leben zu befüllen, den Balkon zu verschönern oder noch die ein oder andere Chilipflanze ins Beet zu setzen. Und könnte nicht auch das Gartenmobiliar mal ein Fresh-up gebrauchen? Die Bewässerung erneuert werden?
Wer noch Inspiration sucht oder fachmännischen Rat, der ist an diesem Wochenende auf der Rennbahn Hoppegarten richtig. Die Gartenmesse „Gartenträume für Berlin und Brandenburg“ findet unter hohen Bäumen inmitten der denkmalgeschützten Rennbahngebäude statt.
Drei Tage lang, vom 29. bis zum 31. Mai, zeigen rund 100 Aussteller die neuesten Trends und Ideen für das eigene Stück Grün: regionale Pflanzen, Dekoration, Outdoor-Möbel, Technik oder nützliche Werkzeuge für Garten, Terrasse und Balkon.
Wir haben uns die Aussteller mal ein wenig genauer angesehen und einige Highlights aus dem Programm herausgegriffen – mit besonderem Blick auf ostdeutsche und regionale Betriebe.
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1. Kiwi-Gärtnerei in Niederwiesa (Sachsen)
Werner Merkel begann bereits zu DDR-Zeiten mit der Zucht von Kiwibeeren. Der Hobbygärtner entwickelte heute international bekannte Sorten. Seine Begeisterung und sein Engagement haben bedeutenden Anteil an der Bekanntheit von Kiwibeeren in Europa.
Heute führt Richard Hamann das Werk seines Großvaters fort. Er führt die Kiwi-Gärtnerei Kiwiri im sächsischen Niederwiesa, wo die Familie diese robusten, winterharten Pflanzen anbaut und weltweit versendet. Die Früchte lassen sich auch problemlos in heimischen Gärten oder auf dem Balkon im Topf kultivieren.
Kiwiri-Gründer Richard Hamann wuchs mit den Kiwibeeren aus dem Garten seines Großvaters auf.
© Daniela Incoronato
Die Kiwibeere kann man getrost als regionales Superfood bezeichnen, da sie viele Vitamine, Mineralien und Antioxidantien enthält. Die haarlose Schwester der großen Kiwi ist eine Nummer kleiner, mit Schale essbar und erinnert geschmacklich an eine süß-saftige, mild-säuerliche Kombination aus Goldkiwi und Stachelbeere.
Eine preisgekrönte eigene Züchtung ist zum Beispiel die Kiwibeere „Victoria“. Oder Sie holen sich die Lieblingssorte von Richard Hamann in den Garten: die Kiwibeere „Mariered“, deren Früchte in der Sonne pinkfarben leuchten.
Kiwibeeren schmecken wie eine Mischung aus Goldkiwi und Stachelbeere.
© Kiwiri/dpa
2. Heimische Blüten aus Neuenhagen bei Berlin
Wer auf der Suche nach pflegeleichten, insekten- und wildbienenfreundlichen Pflanzen für Balkon und Garten ist, der ist bei Jessica Görß richtig. Sie produziert in ihrer Gärtnerei „Wildblüten“ in Neuenhagen bei Berlin (Landkreis Märkisch-Oderland) zertifiziert-heimische Wildpflanzen und Wildkräuter aus biologischer Produktion.
Hortensien, Dahlien oder Petunien sucht man demnach bei Jessica Görß vergeblich, dafür gibt es Nelkenwurz, Johanniskraut, Mädesüß oder die Schafgarbe, die oft mit Nasenrümpfen betrachtet wird, weil sie sich im Garten etwas stärker ausbreitet. Vielen ist der ökologische Wert dieser Pflanze nicht bewusst: An ihr können bis zu 30 Schmetterlingsarten beobachtet werden, durch ihren Pollenreichtum zieht sie auch zahlreiche Wildbienen und andere Bestäuber an.
Jessica Görß bringt zur Messe ihre insektenfreundlichen Pflanzen mit.
© Daniela Incoronato
Beliebt ist auch der wunderschön hellblau blühende Natternkopf. Der ist zwar nur zweijährig, aber eine absolute Bienen- und Insektenweide sowie eine wichtige Raupenfutterpflanze. Es gibt zum Beispiel die Natternkopf-Mauerbiene, die sich auf seine Blüten spezialisiert hat und auf sie angewiesen ist. Das Beispiel zeigt die Bedeutung dieser Pflanzen: Sie sind teilweise die einzigen Futterquellen für hier lebende Wildbienen, Schmetterlinge und viele weitere Tierarten.
3. Weltpremiere der Baumteufel aus Altlandsberg
Hoch hinaus geht es mit dem Garten- und Landschaftsbaubetrieb Baumteufel, der im brandenburgischen Altlandsberg und in Berlin vertreten ist: Das Team um Christopher Schielke führt auf der Messe die Seilklettertechnik zur Baumkronensicherung und Baumpflege vor.
Außerdem bringen sie Profigeräte für den Garten zum Einsatz: Heckenscheren, Trimmer, autonom fahrende Aufsatzmäher für große Rasenflächen. Dabei gibt es sogar eine Weltpremiere: Der größte und schnellste Mähroboter für Großflächen bis 88.000 Quadratmeter wird erstmals live präsentiert.
4. Gartenkeramik aus der Werkstatt in Sieversdorf
Zum zweiten Mal auf der „Gartenträume“-Messe dabei ist das Ehepaar Undine und Heiko Gomille. Die beiden haben auf Gomilles Keramikhof im brandenburgischen Sieversdorf (Oder-Spree) Gartenmöbel aus Keramik entwickelt, jedes einzelne ein Unikat, mit Farben wie ein Aquarell. Dazu werden alte Biergarten- und Metallgestelle mit keramischen Auflagen neu belebt, auch eigene Stühle oder Tische kann man sich in der Werkstatt entsprechend aufmöbeln lassen.
Die Sitzflächen und Lehnen aus Keramik sind frostsicher, lange haltbar und müssen anders als Holz nicht erneuert werden. Auf dem 200 Jahre alten Bauernhof mit Garten gibt es im alten Stallgebäude auch eine Galerie, in der Künstler ausstellen.
5. Ein Hauch Exotik, made in Brandenburg
Das Pflanzen-Paradies Schülke aus Panketal an der nördlichen Stadtgrenze Berlins bringt mediterranes Flair in den Garten und arbeitet dafür eng mit einer spezialisierten Gärtnerei in Andalusien zusammen. Viele Pflanzen sind aus biologischem Anbau und damit besonders widerstandfähig.
Ein Renner sind die trockenheitsresistente Yucca rostrata und die Hanfpalme. Besonders schön sind die mediterranen Obstbäume: Zitronen, Kaki, Japanische Wollmispel, Granatapfel, Orangen, Mandarinen, Mango, Avocado machen Garten, Terrasse und Wintergarten zu geschmackvollen Orten.
Bei Feige, Litschi und der Japanischen Wollmispel gibt es auch winterharte Sorten. Für alle anderen hält das Pflanzengeschäft eine Anleitung zur Überwinterung mit wenigen Handgriffen bereit.
6. Die neue „Ess-Klasse“ aus Elbe-Elster
Bei der Baumschule Saathainer Mühle handelt es sich um die größte Container-Baumschule der Region Südbrandenburg/Nordsachsen. Dort gibt es eine riesige Pflanzenauswahl an Blumen, Gehölzen und Bäumen sowie eine Ranch mit Streichelzoo.
Zum Sortiment des Familienunternehmens, das inmitten des größten ostdeutschen Baumschulgebietes zwischen Elbe und Elster liegt, gehören selbst produzierte, winterharte Ziergehölze, Bäume, Hecken- und Kletterpflanzen, Bodendecker, Rhododendren, Azaleen und Obstgehölze.
Zur Messe bringt das Team aus Röderland im südbrandenburgischen Landkreis Elbe-Elster auch eine Auswahl an Wildobst mit – die neue „Ess-Klasse“ aus der Baumschule.
Messe-Infos: „Gartenträume“ vom 29. bis 31. Mai, geöffnet Fr bis So 10–18 Uhr, Tageskarte 10, online 9 Euro, Rennbahn Hoppegarten, Rennbahnallee, 15366 Hoppegarten. www.gartentraeume.com
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