Polizeieinsatz

Razzia wegen gefälschter Kfz-Bescheinigungen: 150 Fälle

Für Besitzer alter Autos ist die nächste Hauptuntersuchung oft ein heikler Moment. Ein Fälscherring machte sich das wohl zunutze und bot gegen Geld positive ...

dpa
2 Min
Fahrzeuge der Polizei stehen bei einer Razzia wegen gefälschter Kfz-Bescheinigungen vor einem Hauseingang.   - Nutzung nur nach schriftlicher Vereinbarung mit der dpa

Fahrzeuge der Polizei stehen bei einer Razzia wegen gefälschter Kfz-Bescheinigungen vor einem Hauseingang. - Nutzung nur nach schriftlicher Vereinbarung mit der dpa

© Justin Brosch/dpa

Ermittelt wird nun auch gegen zahlreiche Fahrzeugbesitzer: Sie sollen die gefälschten Dokumente über eine angeblich erfolgreiche Hauptuntersuchung gekauft haben, um nicht mehr verkehrssichere Autos weiterhin nutzen zu können.

Konkret listen die Ermittler 150 Fälle auf, in denen die Bande falsche Bescheinigungen über eine bestandene Hauptuntersuchung ausgestellt haben soll. Tatsächlich dürfte es aber um „erheblich mehr Fälle“ gehen, teilte die Polizei mit.

Die Bande habe Stempel der Prüforganisationen KÜS und Dekra gefälscht. „Die entsprechenden Plaketten lieferten die Tatverdächtigen entweder mit, oder die Fahrzeughalter erhielten diese nach Vorlage der gefälschten Prüfberichte durch die Behörden“, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Die Ermittler machen die beiden 36 und 45 Jahre alten Hauptverdächtigen für die Dokumentenfälschungen verantwortlich. Fünf weitere Beschuldigte sollen sich um den Vertrieb gekümmert haben. Die Folge sei gewesen, dass „verkehrsunsichere Fahrzeuge weiter am Straßenverkehr teilnehmen konnten“, sagte der Leiter der Borkener Direktion Verkehr, Frank Schulz. „Dem haben wir mit der heutigen länderübergreifenden Aktion einen Riegel vorgeschoben.“

Insgesamt wurden 17 Objekte durchsucht, neun davon in Essen. Dort wurden unter anderem auch zwei Luxusautos sichergestellt. Beim Kampf gegen die Clan-Kriminalität gehe es „nicht immer nur um Gewalt, Drogen oder Machtdemonstrationen, sondern auch im Verkehrssektor stehen wir den Kriminellen auf den Füßen“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). „Auch im Straßenverkehr macht der Rechtsstaat die Regeln - nicht die Familie.“

Weitere Durchsuchungen gab es in Gronau, Ahaus und Rosendahl im Münsterland, in Mülheim an der Ruhr, Berlin, im hessischen Rodgau und im niederländischen Overdinkel.

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