Konzert-Eklat

Reaktion auf Rausschmiss bei Ed Sheeran: Macklemore geht auf „Free Palestine Tour“

Aufgrund seiner politischen Aussagen wurde der Rapper Macklemore von Ed Sheerans Tourneeplan gestrichen. Nun kündigt er seine eigenen Konzerte an.

Ben Bruinier
Ben Bruinier
3 Min
Eine umstrittene Persönlichkeit: Der US-amerikanische Musiker und Grammy-Preisträger Macklemore.

Eine umstrittene Persönlichkeit: Der US-amerikanische Musiker und Grammy-Preisträger Macklemore.

© IMAGO/Christoph Hardt/IMAGO/Panama Pictures

Mitte September wurde der US-amerikanische Rapper Macklemore als Vor-Act von Ed Sheerans „Loop-Tour“ gestrichen. Grund dafür waren offenbar seine politischen Statements und Free-Palestine-Rufe auf der Bühne.

Ed Sheeran selbst hatte mit der Entscheidung nach eigenen Angaben wenig zu tun. Laut dem Tourveranstalter waren es eher die Betreiber der Veranstaltungsstätten, die Konzerte mit Macklemore nicht zulassen wollten und damit keine andere Möglichkeit gelassen hätten.

Ed Sheeran sprach die Thematik bei seinem nächsten Konzert emotional an und bezog dabei auch politisch Stellung zur Lage in Gaza: Den 7. Oktober bezeichnete er als entsetzlich; die Lage in Gaza nannte er andererseits auch katastrophal, nicht zu rechtfertigen und unverhältnismäßig.

Die Aussagen von Macklemore waren in den sozialen Medien ohnehin ein polarisierendes Thema. Nach seinem Rauswurf sprangen weitere Künstler, die als Vorbands eingeplant waren, von der Tour ab. Zurückgezogen haben sich unter anderem Billie Eilishs Bruder Finneas, Lukas Graham und Aaron Rowe, außerdem Sheerans Begleitband Beoga.

Konzerte für Palästina

Nun kündigte Macklemore über seinen Instagram-Account seine „Free Palestine Tour“ an. Zunächst sind drei Shows in Europa geplant. Ende Oktober wird er in Dublin, Paris und London auftreten. Außerdem teilte Macklemore mit, dass weitere Konzerte in den USA geplant seien. Die Einnahmen der Konzerte sollen an Organisationen gehen, die Palästinenserinnen und Palästinenser unterstützen.

Macklemore schrieb mit Blick auf seinen Rauswurf von der Ed-Sheeran-Tour auf Instagram: „Wenn die Milliardärsklasse entscheiden kann, welche Stimmen auf der Bühne erlaubt sind und welche zu gefährlich sind, um gehört zu werden, dann sollte jeder achtgeben.“

Schwere Vorwürfe gegen Macklemore

Der 43-Jährige ist bekannt für seine Bereitschaft, politische Themen auf der Bühne zu adressieren. Vor allem für die Menschen in Palästina setzt er sich seit Jahren öffentlich ein. Allerdings sind der Rapper und seine Aktionen durchaus umstritten. Immer wieder wird ihm Antisemitismus vorgeworfen.

Die Vorwürfe beziehen sich unter anderem auf einen Vorfall aus dem Jahr 2014. Macklemore trat bei einem damaligen Konzert mit einem laut ihm „willkürlichen Kostüm“ auf. Allerdings wiesen der angeklebte schwarze Bart, eine schwarze Perücke und eine auffällig große Nase für viele Kritiker offensichtlich auf jüdische Stereotype hin. Macklemore entschuldigte sich im Anschluss und beteuerte, das sei nicht seine Intention gewesen.

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