Reise ins Katastrophengebiet: Berliner arbeitet für Care in Albanien

Marijke Engel
3 Min

Carsten Völz will dort hin, wo tausende andere nur weg wollen. Carsten Völz will nach Albanien. Der Berliner ist dreißig Jahre alt und hat in seinem Leben schon eine Menge Katastrophen gesehen. Ruanda, Zaire, Goma. Cholera, Hunger, Tod. Er will helfen. Das kann er. Der Medizinstudent hat sich für verschiedene Hilfsorganisationen in Krisengebieten bewährt. In drei Jahren bei der Nationalen Volksarmee habe er "zumindest Logistik gelernt". Jetzt soll er als einer von fünf deutschen Organisatoren eine internationale Hilfsaktion von Care in Albanien vorbereiten. Letzte Infos aus dem InternetIn ein paar Stunden wird er für die Organisation in jene Gegend der Welt aufbrechen, aus der man in diesen Tagen nur Schlechtes hört. Bis dahin muß er sich ranhalten: letzte Infos aus dem Internet runterladen, Zelt, Schlafsack und Koffer packen, Freundin verabschieden, ein bißchen Schlaf. Am Donnerstag früh muß er erstmal nach Bonn, in die deutsche Care-Zentrale. Dort bekommt er letzte Instruktionen für seinen Auftrag. Schon am nachmittag soll es dann losgehen. Wie er und sein Partner in das Krisengebiet kommen, wird er erst kurz vor Abreise erfahren. Völz wird eine jener Routen nehmen, über die sich in umgekehrter Richtung die Flüchtlinge den Weg aus der Katastrophe bahnen. Vielleicht geht s über Italien und dann mit dem Schiff, oder mit dem Flugzeug nach Griechenland und dann mit dem Auto über Mazedonien, oder direkt von Deutschland aus mit einem Wagen durch Montenegro.Möglicherweise, sagt er, sei die Autofahrt zwar die gefährlichste jedoch gleichzeitig die günstigste Variante, weil man dann dort unten mobil sei. Und das muß er sein. Seine Aufgabe wird es sein, Hilfsgüter dorthin zu lenken, wo sie am nötigsten gebraucht werden. Das heißt, jenen Hinweisen nachzugehen, die er von der Flüchtlingsorganisation der UNO, dem UNHCR bekommt. Vor Ort wird er sich dann per Satelliten-Telfon mit der Care Zentrale in Deutschland abstimmen und "das nötige veranlassen".Es sei das Gefühl, das ihn treibt, dort doch eine ganze Menge bewegen zu können. So wie damals, als er in Ruanda ein Krankenhaus aufbaute. Für dieses Gefühl hat er monatelang für kleine Organisationen gearbeitet, ohne Bezahlung. Ein bißchen AbenteuerEin bißchen Abenteuerlust spiele wohl auch eine Rolle, räumt er ein. Er sieht auch eher aus wie ein Abenteurer, mit seinem blonden langen Zopf, dem Vollbart und der Lederjacke. Trotzdem suche er nicht die Gefahr, sagt er von sich. Einen Ruf in den Kosovo selbst hätte er abgelehnt. Carsten Völz weiß noch nicht, wie lange er in Albanien bleiben wird. "Die Rede war von zwei bis drei Wochen", sagt er. Aber er sagt, er wird solange bleiben, wie man ihn braucht. CARE bittet um Spenden auf folgendes Konto: 44040 Sparkasse Bonn (BLZ 380 500 00) Stichwort: Kosovo.

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