44,2 Millionen Euro Umsatz, rund 2,7 Millionen Euro Gewinn und etwa 46.500 verkaufte Trikots: Der FC Hansa Rostock hat im Geschäftsjahr 2025/26 wirtschaftlich neue Maßstäbe gesetzt. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung bei den Verbindlichkeiten. Zwar weist die Bilanz zum 30. Juni noch Schulden von 18,47 Millionen Euro aus. Doch wenige Wochen später war davon nur noch ein Bruchteil übrig.
Im Juli überwies Hansa acht Millionen Euro an die Obotritia Capital KGaA. Anschließend verzichtete das Unternehmen von Investor Rolf Elgeti auf weitere 1,5 Millionen Euro. Dadurch konnten die Verbindlichkeiten laut Vereinsangaben von rund 12,5 Millionen auf weniger als drei Millionen Euro reduziert werden.
Der Zeitpunkt ist entscheidend: Das Geschäftsjahr endete bereits am 30. Juni, die Entschuldung erfolgte erst danach und ist deshalb in der Bilanz noch nicht vollständig abgebildet.
Hansa Rostock hat großen Teil der Altlasten abgetragen
Hansa hat damit einen erheblichen Teil seiner finanziellen Altlasten abgetragen. Möglich wurde das auch durch ein außergewöhnlich erfolgreiches Geschäftsjahr. Der Konzernumsatz der Rostocker stieg auf mehr als 44,2 Millionen Euro – ein Rekordwert für eine Drittligasaison. Der Gewinn lag bei rund 2,7 Millionen Euro. Auch beim Sponsoring blieb der Verein trotz des verpassten Aufstiegs auf hohem Niveau: 11,6 Millionen Euro nahm Hansa damit ein, 1,4 Millionen mehr als im Vorjahr und genauso viel wie in der letzten Saison vor dem Abstieg aus der 2. Bundesliga.
Eine besondere Entwicklung gab es im Merchandising. Im Jahr des 60. Vereinsjubiläums verkaufte Hansa nach eigenen Angaben rund 46.500 Trikots. Zum Vergleich: Schon die etwa 40.000 verkauften Jerseys aus der Saison zuvor waren Vereinsrekord. Dazu kamen rund 550.000 Zuschauer bei den Heimspielen und mehr als 14.000 Dauerkarten. Im Vermarktungsbereich erzielte Hansa Erlöse auf dem Niveau von Zweitliga-Spielzeiten.
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Die wirtschaftliche Stärke zeigt sich auch an anderer Stelle. Die neuen Flutlichtmasten im Ostseestadion kosteten rund 3,8 Millionen Euro und wurden aus Eigenmitteln finanziert. Weitere Investitionen sind bereits geplant, darunter der Umbau der Imbisskioske, der Austausch von Sitzschalen, Maßnahmen beim Brandschutz und eine neue Gebäudeleittechnik. Auch im Volksstadion sollen kurzfristig eine Container- und eine Natursteintribüne entstehen.
Für zusätzliche Einnahmen sorgte der Verkauf von Ryan Naderi. Der Angreifer wechselte im Winter zu den Glasgow Rangers. Hansa erzielte dabei nach Angaben der Ostseezeitung rund sechs Millionen Euro. Auch dieses Geld floss erst nach dem Ende des Geschäftsjahres und konnte damit bei der wirtschaftlichen Entwicklung im Sommer eine Rolle spielen.
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Sportlich allerdings konnte Hansa mit der wirtschaftlichen Entwicklung nicht Schritt halten. 67 Punkte reichten in der vergangenen Saison nicht für die Rückkehr in die 2. Bundesliga. Das Aufstiegsziel wurde verpasst. Anfang September reagierte der Verein und trennte sich von Trainer Daniel Brinkmann. André Breitenreiter übernahm.
Aufsichtsratschef Sebastian Eggert verwies bei der Mitgliederversammlung auf die Diskrepanz zwischen dem guten sportlichen Ergebnis und dem verfehlten Saisonziel. Vorstandschef Ronald Maul erklärte zugleich, Spiele mit zwei oder mehr Gegentoren hätten nicht dem Anspruch des Vereins entsprochen. Mit Breitenreiter soll Hansa nun das große sportliche Ziel vom Aufstieg in die 2. Bundesliga erreichen.
Zahl der Vereinsmitglieder ist angestiegen
Die Voraussetzungen dafür sind zumindest auf wirtschaftlicher Seite besser geworden. Hansa hat seine Einnahmen auf hohem Niveau stabilisiert, seine Verbindlichkeiten massiv reduziert und gleichzeitig in die Infrastruktur investiert. Bei der Mitgliederversammlung im Ostseestadion wurde zudem die positive Mitgliederentwicklung deutlich: 31.734 Menschen gehören inzwischen dem Verein an, 1629 mehr als im Vorjahr.
Der nächste Schritt ist damit klar umrissen. Hansa hat sich finanziell wieder deutlich mehr Spielraum verschafft. Nun muss sich zeigen, ob sich diese Entwicklung auch auf dem Platz auszahlt.
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