Rente

Rentenerhöhung 2027: Zwei Euro fehlen – dann knackt die Standardrente die 2.000-Euro-Marke

Rentenerhöhung 2027: DRV erwartet 4,4 Prozent. Tabelle mit Brutto und Netto, neuer Rentenwert 44,39 Euro und Prognose für die Renten bis 2030.

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Rentenerhöhung 2027: Nach der aktuellen Prognose der Deutschen Rentenversicherung könnten die Renten zum 1. Juli um 4,4 Prozent steigen. (Symbolbild)

Rentenerhöhung 2027: Nach der aktuellen Prognose der Deutschen Rentenversicherung könnten die Renten zum 1. Juli um 4,4 Prozent steigen. (Symbolbild)

© Imago/Matthias Stolt

Die Standardrente ist noch nie über 2.000 Euro im Monat gestiegen. Im Juli 2027 fehlen ihr dafür womöglich nur noch zwei Euro.

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) rechnet zum 1. Juli 2027 mit einem Plus von 4,4 Prozent. Ein Rentenpunkt wäre dann rund 44,39 Euro wert statt heute 42,52 Euro.

Die Standardrente mit 45 Jahren Durchschnittsverdienst stiege damit von 1.913,40 Euro auf rund 1.998 Euro brutto. Nach Berechnung der Berliner Zeitung reicht schon eine Erhöhung um 4,53 Prozent, um die Marke zu knacken.

Ganz ausgeschlossen ist das nicht. Schon in diesem Jahr lag die Erhöhung deutlich über den Erwartungen.

So viel mehr Rente gibt es bei einem Plus von 4,4 Prozent (brutto pro Monat):

  • 800 Euro Rente: plus 35,20 Euro, neu 835,20 Euro
  • 1.000 Euro Rente: plus 44,00 Euro, neu 1.044,00 Euro
  • 1.200 Euro Rente: plus 52,80 Euro, neu 1.252,80 Euro
  • 1.500 Euro Rente: plus 66,00 Euro, neu 1.566,00 Euro
  • 1.800 Euro Rente: plus 79,20 Euro, neu 1.879,20 Euro
  • 2.000 Euro Rente: plus 88,00 Euro, neu 2.088,00 Euro
  • 2.500 Euro Rente: plus 110,00 Euro, neu 2.610,00 Euro

Was netto vom Rentenplus übrig bleibt

Von jedem zusätzlichen Euro gehen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ab. Mit den Sätzen von 2026 sind das zusammen rund 12,35 Prozent, Kinderlose zahlen etwas mehr.

Aus 66 Euro brutto bei einer Rente von 1.500 Euro werden so knapp 58 Euro netto. Der Zusatzbeitrag der Krankenkassen für 2027 steht noch nicht fest und kann den Betrag weiter drücken.

Wer Grundsicherung bezieht, hat oft gar nichts davon. Bei diesen Rentnern kommt von der Erhöhung kein Cent an.

Warum die Rente 2027 stärker steigen könnte als erwartet

Ausschlaggebend für Juli 2027 ist, wie stark die Löhne im Jahr 2026 zulegen. Laut Statistischem Bundesamt lagen die Nominallöhne im ersten Quartal und im zweiten Quartal jeweils 4,1 Prozent über dem Vorjahr.

Zusätzlich greift die Haltelinie. Bis 2031 darf das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent fallen, die Erhöhung muss also mindestens so hoch ausfallen, dass diese Grenze gehalten wird.

Wie weit Prognosen danebenliegen können, zeigte der Juli 2026. Ende 2025 hatte die Nachrichtenagentur dpa noch rund 3,7 Prozent gemeldet, am Ende waren es 4,24 Prozent.

Die 4,4 Prozent stammen aus der Frühjahrsfinanzschätzung der DRV vom Mai. Sie beruht auf der Wirtschaftsprognose der Bundesregierung aus dem April, also vor den starken Lohnzahlen des zweiten Quartals.

Renten bis 2030: Nach 2027 kommt der Knick

Danach geht es spürbar langsamer weiter. Für 2028 erwartet die DRV nur noch 2,3 Prozent, für 2029 dann 2,8 und für 2030 2,9 Prozent.

Zusammengerechnet würde eine Rente von heute 1.500 Euro bis Juli 2030 auf rund 1.695 Euro brutto wachsen. Die Standardrente läge bei rund 2.160 Euro.

Der Grund für die Bremse steckt in der Rentenkasse. Ihre Reserve soll bis Ende 2027 auf 11,9 Milliarden Euro schrumpfen, das deckt nur gut ein Drittel einer Monatsausgabe.

Zahlen müssen das die Beschäftigten. Ab 2028 rechnet die DRV mit einem Beitragssatz von 19,9 Prozent statt heute 18,6 Prozent.

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