Wegen Korruption hat die Berliner Staatsanwaltschaft Anklage gegen den ehemaligen Restaurator des Landesdenkmalamts, Heinrich S., sowie zwei Bauunternehmer und einen freiberuflichen Bildhauer erhoben. Die Vorwürfe lauten auf Vorteilsnahme, Bestechlichkeit, Untreue und Beihilfe zu einer wettbewerbswidrigen Absprache, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Michael Grunwald, am Dienstag. Den Beschuldigten drohen nun Geldstrafen beziehungsweise Haftstrafen von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.Schon im Jahr 2000 wurde gegen S. wegen des Verdachts der Korruption ermittelt, im Juni 2001 stellten dann mehrere Restaurierungsbetriebe Anzeige gegen ihn wegen des Verdachts der Bevorzugung im Amt. Mehr als vier Jahre zogen sich die Ermittlungen hin. "Bei Korruption gibt es immer zwei Seiten, die kein Interesse haben, dass etwas aufgedeckt wird, da dauern die Ermittlungen länger", sagte Grunwald. Nun aber liegen die Anklagen vor.So geht es zum einen um die Restaurierung des Reiterdenkmals von Friedrich dem Großen - der Alte Fritz - am Boulevard Unter den Linden. Das Denkmal war in den Jahren 1997 bis 2000 saniert worden. Die Kosten für die Restaurierung beliefen sich auf rund eine Million Euro. Die Erneuerung des Sockels kostete rund 750 000 Euro. Der Bauunternehmerin Bettina R. aus Hamburg, die den Auftrag damals ausführte, wird nun vorgeworfen, unter Mithilfe des Restaurators des Landesdenkmalamts nicht erbrachte Bauleistungen in Höhe von rund 50 000 Euro gegenüber dem Bezirksamt abgerechnet zu haben. Um S. für solche Abrechnungen gewogen zu halten, soll die Firma diesem im Februar 1999 auch einen Bordellbesuch finanziert haben.Darüber hinaus hat eine andere Firma, die die Fassadenreinigung an den Dorotheenblöcken in Mitte ausführte, S. geldwerte Vorteile zukommen lassen. In der Hoffnung, weitere Aufträge zu erhalten. So habe der Restaurator zum einen rund 5 000 Euro bekommen, heißt es in der Anklage.Außerdem wurden ihm unentgeltlich zwei Cabrios der Marke BMW überlassen und außerdem 25 Besuche in Restaurants der gehobenen Preisklasse finanziert.In dem Verfahren geht es schließlich auch um Restaurierungsarbeiten am Zeughaus, ebenfalls an der Straße Unter den Linden.Im Zusammenhang mit den geplanten Sanierungsarbeiten sollen der Restaurator S. und der Bildhauer im Jahr 1999 zwei Baufirmen dazu veranlasst haben, zwei Scheinangebote abzugeben. Diese Angebote waren aber wesentlich teurer als das des Bildhauers, der dadurch sicherstellen wollte, dass der Auftrag an ihn geht. Bei diesem Fall handelt es sich also um Beihilfe zu einer wettbewerbswidrigen Absprache. Ein materieller Schaden ist aber nicht entstanden, da die Ausschreibung noch vor der Auftragsvergabe aufgehoben wurde.Wann der Prozess vor dem Berliner Landgericht beginnt, stehe aber noch nicht fest, teilte Justizsprecher Grunwald mit.------------------------------Foto: Das Reiterdenkmal Friedrich des Großen steht an der Straße Unter den Linden, nahe der Humboldt- Universität. Es war 1851 von dem Bildhauer Christian Daniel Rauch geschaffen worden und wurde von 1997 bis 2000 saniert.
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