Retter trainieren für die Fußball-WM 2006

Großalarm der Feuerwehr - zur Probe

Lutz Schnedelbach
2 Min

Die Feuerwehr und andere Organisationen für den Katastrophenschutz haben am Sonnabend in der Landespolizeischule in Ruhleben für einen Großeinsatz während der Fußball-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr geprobt. Vor allem die Koordination von Rettungsarbeiten an mehreren Unglücksorten wurde getestet. Die Übung sei wichtig, weil es während der Weltmeisterschaft nicht nur im Stadion zu einem Unglück kommen kann, sondern zeitgleich auch an anderen Stellen in der Stadt, sagte Feuerwehrchef Albrecht Broemme.Folgendes Szenario hatten sich die Retter für die Großübung "Wolke 2005" ausgedacht: Einerseits wurde die Feuerwehr alarmiert, weil ein Gerüst eingestürzt war und dabei 50 Menschen unter sich begraben hatte. Andererseits musste die Feuerwehr ausrücken, weil zur selben Zeit am anderen Ende der Stadt 100 Frauen, Männer und Jugendliche bei einem Unfall mit einer giftigen Flüssigkeit in Kontakt gekommen waren. Insgesamt 400 Wehrleute, Ärzte, Sanitäter und Mitglieder von Hilfsorganisationen zeigten, wie Verletzte versorgt, begutachtet, registriert und anschließend betreut werden. 150 Kleindarsteller waren von Maskenbildnern mit Filmblut besprüht worden. Mit künstlichen Knochen wurden Verletzungen, abgerissene Arme und Beine sowie Brüche simuliert.Innerhalb weniger Minuten errichteten Retter Dusch- und Behandlungszelte. Feuerwehrleute mit Vollschutzanzügen registrierten und reinigten verseuchte Verletzten. "Wir testen erstmals, ob die Dekontaminierung in einem Schwimmbad gelingt", sagte Broemme. Bislang sei das mit mobilen Anlagen gemacht worden. Die Erfahrungen sollen mit Übungsergebnissen in anderen Bundesländern verglichen werden, sagte der Landesbranddirektor.Beobachter von der BundeswehrDie Polizei war auch mit neuer Messtechnik bei der Übung dabei. Mit den empfindlichen Geräten, die in einem Kleinlaster installiert sind, können chemische Substanzen in einer Entfernung von mehreren Kilometern entdeckt und analysiert werden. Diese Apparate eignen sich auch für die Überwachung des Olympiastadions während der Weltmeisterschaft 2006. 70 Katastrophenschutzspezialisten, darunter aus Dortmund und Stuttgart sowie von der Bundeswehr, beobachteten die Berliner Retter. Ob der Test gelungen ist, steht noch nicht fest. Die exakte Auswertung werde erst in einigen Tagen vorliegen, sagte der Feuerwehrchef. Er hatte den einen und anderen Fehler bemerkt. Beispielsweise dürfe es nicht sein, dass Verletzte mit dem Kopf voran transportiert werden, sagte er.Feuerwehr und Hilfsorganisationen proben seit 20 Jahren den Ernstfall in Berlin. Mehr als 100 Übungen gab es in dieser Zeit. Szenarien wie Gasanschläge, Flugzeugabstürze und Zugentgleisungen stehen dabei auf dem Programm. Der nächste Termin steht schon fest. Am kommenden Sonnabend geht es zur Übung in den Tunnel am Spreebogen.------------------------------Foto: Feuerwehrleute verbrachten Stunden in Schutzanzügen.

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