In der Gefangenensammelstelle der Polizei in Ruhleben ist am Freitag ein 68-jähriger Mann gestorben. Günter S. war zur Ausnüchterung eingeliefert worden. Feuerwehrsanitäter der Wache Suarez hatten es zuvor abgelehnt, den Mann ins Krankenhaus zu bringen. Jetzt hat die Kriminalpolizei, wie in solchen Fällen üblich, ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Eine Obduktion soll in den nächsten Tagen die genauen Todesumstände klären.Gegen 15.20 Uhr hatte sich eine Passantin bei der Feuerwehr gemeldet und gesagt, dass auf einer Bank an der Württembergallee in Charlottenburg ein Mann sitze und schlafe. Der Rettungswagen der Wache Suarez fuhr daraufhin los. Die Sanitäter untersuchten den Mann, neben dem eine fast leere Wodka-Flasche lag. Anschließend lehnten sie den Transport in ein Krankenhaus ab und übergaben den Mann der Polizei."Der Kreislauf, die Atmung und der Blutdruck waren nicht auffällig", sagte Feuerwehrsprecher Jens-Peter Wilke am Sonnabend auf Anfrage. Der Mann sei ansprechbar gewesen und habe auf Schmerzreflexe reagiert. "Der Mann war stabil. Er zeigte keine Anzeichen für eine Alkoholvergiftung. Kein Krankenhaus hätte ihn uns zur Ausnüchterung abgenommen", sagte Feuerwehrsprecher Wilke.Um Fälle, bei denen keine akute Gesundheitsgefährdung besteht, kümmert sich in Berlin die Polizei. Ein Transportkommando brachte deshalb Günter S. nach Ruhleben in eine Ausnüchterungszelle. Eine Übernachtung kostet dort rund 70 Euro, dies wird den Eingelieferten später in Rechnung gestellt. Zu etwa 100 solcher Einsätze täglich wird die Polizei gerufen. Während der Fahrt wurde Günter S. von zwei Polizisten beaufsichtigt. In Ruhleben angekommen, ging es dem Rentner spürbar schlechter, so dass der Schichtleiter der Gefangenensammelstelle die Feuerwehr alarmierte. Diese traf auch kurz darauf ein. Eigene Sanitäter in den Sammelstellen der Polizei gibt es in Berlin nicht. Ein Notarzt versuchte, Günter S. zu reanimieren, das gelang nicht. Der Rentner starb.Hamburg ist die einzige deutsche Stadt, in der die Feuerwehr auch für die Ausnüchterungszellen zuständig ist. Die Ambulanz, in der auch Sanitäter und Ärzte arbeiten, liegt in der Nähe der Reeperbahn.
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