Der Publizist Richard David Precht hat sich in der Debatte um die sogenannte Brandmauer gegenüber der AfD dafür ausgesprochen, mit der Partei ins Gespräch zu kommen. „In dieser Situation kommt man ja gar nicht umhin, mit der AfD zu reden“, sagte Precht im Podcast „Apokalypse & Filterkaffee“ mit Markus Feldenkirchen.
Precht hält es zudem für möglich, dass AfD-Chefin Alice Weidel Regierungsverantwortung auf höchster Ebene übernehmen könnte. „Ich halte es für denkbar, dass Alice Weidel in drei Jahren Kanzlerin ist“.
Vorpommern-Rügen: Parteiloser Landrat Kerth fordert Ende der Brandmauer zur AfD
Kretschmer: „Wer noch über Brandmauern redet, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt“
Kretschmer kritisiert Brandmauer
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte zuletzt zum Umgang mit der AfD gesagt: „Wer noch über Brandmauern redet, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Wir müssen mit jedem reden, der reden will“, sagte Kretschmer.
Der Begriff der Brandmauer beschreibt die Festlegung der etablierten Parteien, nicht mit der AfD zu kooperieren. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte vor einer Woche bei seiner Sommerpressekonferenz bekräftigt, die CDU werde weder mit der AfD noch mit der Linken zusammenarbeiten.
Nach einer Umfrage von infratest dimap für den Mitteldeutschen Rundfunk liegt die AfD in Sachsen-Anhalt derzeit bei 41 Prozent, die CDU bei 26 Prozent. Die Landtagswahl findet am 6. September 2026 statt. In Mecklenburg-Vorpommern wird am 20. September gewählt. Dort kommt die AfD laut einer infratest-dimap-Umfrage für den NDR auf 36 Prozent, die SPD auf 29 Prozent, die CDU auf neun Prozent.
Die Debatte über den Umgang der demokratischen Parteien mit der AfD wird seit Monaten geführt. Die Union hatte auf ihren Parteitagen mehrfach beschlossen, eine Zusammenarbeit mit der AfD auf allen politischen Ebenen auszuschließen. „Pausenlose intellektuelle und rhetorische Verrenkungen zur Brandmauer bringen uns nicht weiter und nicht eine Wählerstimme“, sagte der Vorsitzende des CDU-Arbeitnehmerflügels, Dennis Radtke, zuletzt gegenüber Handelsblatt. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schloss Radtke kategorisch aus. Er warb zugleich für ein AfD-Verbotsverfahren.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]