POTSDAM. Bislang galt Potsdam als einzige deutsche Landeshauptstadt ohne ein Kaufhaus in zentraler innerstädtischer Lage. Die Bewohner der Havelstadt schämten sich fast ein wenig, dass sie zum Einkaufen häufig nach Berlin fahren mussten. Die Potsdamer Einkaufsmeile, die Brandenburger Straße, wird von Imbissstuben, Mobilfunkgeschäften und Ramschläden dominiert, Läden stehen leer. Nun blicken viele Potsdamer erwartungsfroh auf das im Bau befindliche Kaufhaus im Stadtpalais: An diesem Freitag ist Richtfest, vor Ostern 2005 soll das Kaufhaus unter der Regie des Karstadt-Konzerns eröffnen. "Darauf haben wir die ganze Zeit gewartet", sagt Wolfgang Cornelius von der Werbegemeinschaft Potsdamer Innenstadt. "Das wird sich hier jetzt alles beleben." Cornelius sieht bereits Bewohner der angrenzenden Ortschaften Kleinmachnow oder Stahnsdorf in Potsdam einkaufen. Hinter einer Jugendstilfassade von 1905 befinden sich bald fünf Etagen Verkaufsfläche. Das neue Kaufhaus hat eine Nutzfläche von insgesamt 17 000 Quadratmetern: 11 000 Quadratmeter inklusive Lagerflächen sind für das Karstadt-Kaufhaus reserviert, hinzu kommen 3 000 Quadratmeter für diverse Gastronomiebetriebe und weitere 3 000 Quadratmeter für den Einzelhandel. "Wir gehen davon aus, dass wir zur Eröffnung alles vermietet haben", sagt Karstadt-Sprecher Elmar Kratz. Ein Sportartikelanbieter, ein Medienhaus mit Bücher- und CD-Verkauf sowie ein Modediscounter sollen bereits Mietverträge ausgehandelt haben. Karstadt hatte zunächst hochtrabende Pläne mit dem Stadtpalais: Ein "kleines KaDeWe", ein "Kaufhaus mit hochwertigem Warensortiment" sollte hier entstehen. Doch nach einer Marktanalyse überarbeitete man das Konzept. Zudem geriet Karstadt selbst in Turbulenzen. Schließlich verkaufte Karstadt die Potsdamer Immobilie an die Esch-Gruppe aus dem Rheinland. Als neuer Bauherr legte die Esch-Gruppe nun einen privat finanzierten Grundstücksfonds auf, Karstadt selbst ist nur noch Mieter. 1929 hatte der Karstadt-Konzern die Immobilie übernommen. Zu DDR-Zeiten saß dort die Handelsgenossenschaft Konsum. Nach der Wende schloss der Verband der Konsumgesellschaften schließlich einen zehnjährigen Mietvertrag mit der Horten AG. Doch Karstadt setzte dann die Rückübertragung durch. 1996 brannte das Gebäude dann auch noch weitgehend aus.Nun öffnet bald wieder ein Kaufhaus, eine klare Ergänzung zum Stern-Center in den südlichen Plattenbaugebieten. Gleichzeitig entsteht an der Hegelallee auch ein Parkhaus. Der Rohbau des neuen Kaufhauses kann heute ab 12 Uhr besichtigt werden.------------------------------Foto: Das Kaufhaus ist noch eine Baustelle. Vor Ostern 2005 soll es öffnen.
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