Seit Jahresbeginn sind in Deutschland nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) rund 12.500 Menschen infolge hoher Temperaturen gestorben. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Wochenbericht des Instituts hervor. Stichtag der Erhebung war der 2. August. Damit übertrifft die Zahl der Hitzetoten in den ersten sieben Monaten 2026 bereits die jedes einzelnen Vorjahres. Der bisherige Höchstwert stammt aus dem Jahr 2018 mit rund 9000 hitzebedingten Todesfällen.
Rekordhitze im Juni
Etwa 9600 der Sterbefälle entfallen dem RKI zufolge allein auf die Woche vom 22. bis 28. Juni. In diesem Zeitraum wurden in Deutschland vielerorts Temperaturen über 40 Grad Celsius gemessen. Nach Daten des EU-Klimadienstes Copernicus war der Juni 2026 der heißeste Juni, der jemals in Westeuropa gemessen wurde. Auch in den ersten beiden Juliwochen sei eine deutliche Übersterblichkeit verzeichnet worden, teilte das RKI mit.
Das volle Ausmaß der Hitzewelle sei erst im aktuellen Bericht sichtbar geworden, weil bundeslandspezifische Zahlen mit einer Verzögerung von fünf Wochen übermittelt würden, erklärte das Institut.
Ältere Menschen besonders gefährdet
Hitzeperioden führten in Deutschland regelmäßig zu einem Anstieg der Todeszahlen, so das RKI. Nur selten sei die Hitze allein die Todesursache, etwa bei einem Hitzschlag. In den meisten Fällen führe eine Kombination aus Hitze und Vorerkrankungen zum Tod.
Besonders gefährdet sind laut RKI ältere Menschen. Ab einem Alter von 75 Jahren steige die Übersterblichkeit durch Hitze stark an. Fast 9400 der bisher in diesem Jahr verzeichneten Hitzetoten gehörten dieser Altersgruppe an. (mit epd)
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