In seiner Selbstwahrnehmung ist Karl Lauterbach (SPD) womöglich eine Art brutalstmöglicher Aufklärer. Beim Formulieren von Ansprüchen jedenfalls geht er regelmäßig sehr weit. Es gebe nichts zu verbergen, betonte der Bundesgesundheitsminister im Zusammenhang mit den RKI-Files. Für die Aufarbeitung der Pandemie versprach er „maximale Transparenz“. Und als der Bundesrechnungshof die Maskenbeschaffung seines Ministeriums unter CDU-Vorgänger Jens Spahn kritisierte (zu viel, zu teuer, zu unkontrolliert), kündigte er an, „schonungslos“ jeden Stein umdrehen zu wollen.
Klingt gut. Doch zwischen Anspruch und Wirklichkeit tut sich eine monströse Lücke auf. Wer die Debatten näher betrachtet und wer – wie der Autor dieser Zeilen – mithilfe der gesetzlich verbrieften Informationsfreiheitsrechte versucht, an Informationen aus dem Bundesgesundheitsministerium zu gelangen, kommt zu einem anderen Schluss als der Minister: Karl Lauterbach und sein Haus haben ein gewaltiges Problem mit der Transparenz. Die Steine, die da umgedreht werden sollen, nutzt das Ministerium offenbar, um sich einzumauern.
UPDATE
Gesundheitspolitik
RKI-Files, Long Covid, Masken: Karl Lauterbach hat ein Problem mit der Transparenz
RKI-Files, Long Covid, Corona-Masken: Regelmäßig verspricht der Bundesgesundheitsminister Aufklärung und Aufarbeitung – und bleibt sie regelmäßig schuldig.
Christian Schwager
Martin Rücker
7 Min
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Karl Lauterbach, als Bundesgesundheitsminister sparsam mit Auskünften zu heiklen Themen
© Political Moments/imago
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