Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat vor einer weiteren Ausbreitung des West-Nil-Virus in Berlin und Ostdeutschland gewarnt. In diesem und in den nächsten Jahren sei grundsätzlich mit einer Ausweitung der Gebiete mit Vorkommen des Virus zu rechnen, teilte die Behörde in Berlin mit. Möglich sei auch „das plötzliche Vordringen in ganz neue Regionen“.
Seit mindestens 2018 zirkuliert insbesondere in Berlin und Ostdeutschland das von heimischen Mücken überwiegend auf Vögel übertragene West-Nil-Virus (WNV). Gelegentlich können sich auch Menschen und Pferde infizieren. Ein Großteil der Infektionen verlaufe asymptomatisch oder mit leichten Symptomen, weshalb nur ein kleiner Teil überhaupt erfasst werde, so das RKI.
Endemiegebiete in Berlin und vier Bundesländern
In Teilen von Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kam es in den vergangenen Jahren regelmäßig zu von Mücken übertragenen Infektionen beim Menschen. Diese Regionen gelten als sogenannte Endemiegebiete – also Gebiete, in denen das Virus dauerhaft vorkommt.
Seit 2019 wurden jährlich zwischen vier und 35 in Deutschland erworbene Infektionen mit dem West-Nil-Virus beim Menschen übermittelt. Im vergangenen Jahr waren es vier Fälle, in diesem Jahr wurde bislang noch kein solcher Fall bekannt.
Virus erreicht inzwischen auch andere Regionen
Vor zwei Jahren traten erstmals Erkrankungsfälle außerhalb der östlichen Endemiegebiete auf – in Teilen von Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein. 2025 wurde zudem ein erster Fall in Bayern registriert.
Parallel breitet sich nach Angaben des RKI in Deutschland die Asiatische Tigermücke weiter aus, unter anderem in einzelnen Städten in Berlin. Sie kann grundsätzlich exotische Krankheitserreger wie das Chikungunya-, Dengue- oder Zikavirus auf Menschen übertragen, wenn sie diese Viren zuvor von infizierten Reiserückkehrern aufgenommen hat. In Deutschland wurde dies bislang nicht beobachtet. (mit AFP)
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