Robert Habeck wird auch dieses Mal nicht nur nicht Kanzler der Bundesrepublik werden, sondern wird auch sein Direktmandat verlieren. Kurz vor Auszählungsende lag seine Konkurrentin von der CDU mit 26,4 Prozent recht klar vor dem Grünen mit 22,7 Prozent.
Das ist ein durchaus prestigeträchtiger Verlust, denn der 55-Jährige hatte 2021 nicht nur das allererste Direktmandat für die Grünen in seinem Heimatland Schleswig-Holstein erobert, sondern vor allem das bundesweit allererste für seine Partei in einem bundesdeutschen Flächenland.
Erster Erfolg auf dem platten Land
Die Grünen hatten bei der Wahl 2021 zwar 16 Direktmandat erobert, aber alle in großen Städten wie Berlin, wo sie gleich drei Mandate holten, aber auch in Hamburg, Leipzig, Heidelberg, Hannover, Bonn, Stuttgart oder Aachen.
Bei der Wahl 2021 hatte das parteiinterne Lager von Annalena Baerbock die Kanzlerkandidatur von Habeck verhindert, obwohl er ganz klar die höheren Beliebtheitswerte hatte. Dieses Mal holten seinen Grünen zwar ähnlich viele Stimmen wie bei der Wahl 2021 und verloren als einzige Partei aus dem Ampel-Lager nicht massiv Stimmen, aber dafür konnte Robert Habeck dieses Mal wohl nicht genügend Erststimmen einsammeln können, um sein Direktmandat zu behalten.
Der 55-Jährige war zum zweiten Mal im Bundestagswahlkreis mit der Nummer 1 angetreten: Flensburg-Schleswig im Bundesland Schleswig-Holstein. Seit 1976 hatte dort sieben Mal die CDU gewonnen, fünf Mal die SPD – aber nur ein einziges Mal die Grünen: 2021 bekamen Robert Habeck dort, Hoch im Norden, 28,1 Prozent. Der Kandidat der Grünen davor hatte nur knapp elf Prozent bekommen. Mit seinem Ergebnis lag Habeck knapp fünf Prozent vor der CDU-Kandidatin Petra Nicolaisen. Sie erreichte 23,4 Prozent. Dieses Mal liegt sie vor ihm.
Im November war Habeck von den Grünen mit 99,2 Prozent der Stimmen zum Direktkandidaten der Grünen für den Wahlkreis 1 nominiert worden. Damals war von „Aufbruchstimmung“ unter den etwa 150 anwesenden Mitgliedern die Rede. Nun wird die Enttäuschung beiden Grünen im Norden groß sein.
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