Fahrgäste, die demnächst mit der U-Bahn-Linie 2 nach Ruhleben oder Vinetastraße unterwegs sind und einen Wagen voller Schüler sehen, deren Stifte über das Papier flitzen, sollten sich nicht wundern. Die rollende Schreibwerkstatt ist vom 8. bis 19. November unterwegs. Die Schüler brüten dann vielleicht über dem Thema "Hat die U-Bahn ein Geheimnis", entwerfen das "ABC des U-Bahn-Fahrens", sind gerade dabei einen Song oder Rap zu dichten, oder sie schreiben am Buß- und Bettag das definitive "Berliner U-Bahn-Stoßgebet". Der abgeschaffte Feiertag liegt mitten in der Veranstaltungszeit. Täglich rollen 60 Schüler von 9 bis 13 Uhr mit Stift und Papier bewaffnet durch Berlin auf der Suche nach Wörtern, Sätzen, Texten. Die Aktion, die vom Institut für kreatives Schreiben und der BVG gemeinsam mit Sponsoren organisiert wird, stößt auf große Resonanz. Zweitausend Schüler haben sich angemeldet, es stehen jedoch nur 600 Plätze zur Verfügung. Mitmachen ist im November nicht mehr möglich. Aber die Organisatoren denken bereits über eine Fortsetzung des Projektes nach.Unter dem Motto Aufreizende Gedichte, statt aufgeschlitzter Sitze, beschriebenes Papier statt beschmierter Bahnen, kritzeln, statt zerkratzen, wollen die Schreiber ihre Eindrücke festhalten. Menschen in der U-Bahn sind interessant, Technik und Atmosphäre sind interessant. Die Themen, zu denen geschrieben wird, liegen sozusagen auf der Schiene. Was bei den U-Bahn-Fahrten der Schüler zu Papier gebracht wird, können Fahrgäste und Passanten vom 8. bis 19. November täglich um 11.45 und 12.45 Uhr auf dem Alexanderplatz hören. Die jungen Autorinnen und Autoren lesen dann aus ihren taufrischen Texten. (lo.)
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