Der Innensenator hatte noch auf schlechtes Wetter gehofft am 15. September 1965 in der West-Berliner Waldbühne: Regen, so meinte Heinrich Albertz von der SPD, der ein Jahr später Berlins Regierender werden sollte, könne die Jugend womöglich doch besänftigen, im Zaum halten. Doch so kam es nicht: Die Berliner Fans der Rolling Stones, der seinerzeit laut Jugendmagazin Bravo „härtesten Band der Welt“, waren sowieso schon auf Randale aus. Und dann wurden sie noch weiter angestachelt.
In den Nachrichten war später von einem Bild der Verwüstung die Rede: zertrümmerte Sitzreihen, demolierte S-Bahn-Wagen, verletzte Polizisten – und ein öffentlicher Schock, der weit über West-Berlin hinausreichte. „Die Waldbühne und Umgebung glichen einem Schlachtfeld“, meldete die „Abendschau“.
89 Festnahmen, 61 Fälle Erster Hilfe, 26 verletzte Beamte, ein verletztes Polizeipferd – und Sachschäden von rund 300.000 D-Mark, hieß es in der Polizeistatistik. In heutigem Kaufwert bemessen wäre das fast eine Million Euro. Die Waldbühne sollte erst sieben Jahre später wieder vollumfänglich repariert sein. Doch wie konnte es nur so weit kommen?
Rock
Rolling Stones: So haben ihre Fans 1965 die Berliner Waldbühne zerlegt – mit Folgen für die DDR
Im Juli bringen die Rolling Stones ihre neue Platte „Foreign Tongues“ heraus. In Berlin werden sie immer auch für eine legendäre Krawallnacht in Erinnerung bleiben. Zu Recht.
7 Min
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Die Rolling Stones 1965 in der Waldbühne, umringt von Polizisten
© Konrad Giehr/dpa
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