Der portugiesische Fußballverband FPF hat intern bereits nach der Weltmeisterschaft im Sommer mit einem Rücktritt von Cristiano Ronaldo aus der Nationalmannschaft gerechnet. Das berichtete am Donnerstag die spanische Sportzeitung AS unter Berufung auf Angaben aus dem Umfeld des Verbands.
Demnach habe die FPF bei der Suche nach einem Nachfolger von Bundestrainer Roberto Martínez akzeptiert, dass einzelne Kandidaten das Ende der Ära Ronaldo als Bedingung für eine Zusammenarbeit genannt hätten. Zu diesen Trainern soll laut AS auch José Mourinho gezählt haben, der dann von Benfica Lissabon zu Real Madrid wechselte.
Erwarteter Rückzug blieb aus
Nach den Informationen des Blatts ging die Verbandsführung davon aus, dass Ronaldo selbst nach dem Ausscheiden Portugals gegen Spanien bei der WM seinen Rückzug erklären würde. Weil der Stürmer öffentlich schwieg, habe sich der neue Nationaltrainer Jorge Jesus veranlasst gesehen, den Kapitän erneut zu nominieren.
Die portugiesische Sportzeitung A Bola griff den AS-Bericht auf und verwies auf frühere Aussagen von FPF-Präsident Pedro Proença, der Ronaldo vor dem Länderspiel gegen Wales noch eine zentrale Rolle in der neuen Länderspielphase unter Jesus zugeschrieben hatte.
Abgang aus dem Trainingslager in Kopenhagen
Auslöser des jüngsten Eklats ist Ronaldos vorzeitige Abreise aus dem Teamcamp in Kopenhagen vor den Partien der Nations League gegen Dänemark und Norwegen. Die FPF bestätigte in einer Mitteilung, dass der Spieler die Mannschaft verlassen habe – die Vorbereitung werde mit den übrigen 24 nominierten Spielern fortgesetzt.
Zuvor war Ronaldo beim 2:1-Sieg gegen Norwegen am Sonntag nicht zum Einsatz gekommen. An den beiden folgenden Tagen fehlte er nach Angaben des portugiesischen Senders RTP beim Mannschaftstraining in Malmö und Kopenhagen.
Ronaldo war unter Jesus zunächst in der Startelf gegen Wales, saß drei Tage später gegen Norwegen aber erstmals seit Jahren in einem Pflichtspiel der Nationalmannschaft 90 Minuten auf der Bank. Jesus hatte ihm zuvor noch einen Einsatz im Spiel angekündigt.
Auf der Plattform Instagram schrieb der 41-Jährige, nun sei es an der Zeit, der Mannschaft und allen Mitspielern Glück zu wünschen. „Zu gegebener Zeit werde ich allen Portugiesen die Wahrheit sagen über die Gründe für mein Verlassen der Nationalmannschaft, der ich mich stets mit Hingabe gewidmet habe“, kündigte er an. Trainer Jesus hatte zuvor betont, kein Spieler werde ihn von seiner Linie als Trainer abbringen.
Ronaldo bestritt bislang 234 Länderspiele für Portugal. Ein offizieller Rücktritt aus der Auswahl liegt nach Angaben der FPF nicht vor.
WM-Aus unter Tränen: Der große Traum von CR7 bleibt für immer unerfüllt
WM: Spanien-Keeper knackt Uralt-Rekord – Steht Ronaldos „Last Dance“ bevor?
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]