Palliativversorgung

Neues Hospiz für Rostock geplant: 14 Zimmer, eigene Terrassen und Platz für Familien

Das Klinikum Südstadt Rostock will ein neues stationäres Hospiz bauen. Die Kosten von bis zu fünf Millionen Euro sollen zum Teil über Spenden finanziert werden.

4 Min
Der Rostocker Architekt Tilo Ries stellte erstmals das Konzept für den Neubau des Hospizes im Klinikum Rostock Südstadt vor.

Der Rostocker Architekt Tilo Ries stellte erstmals das Konzept für den Neubau des Hospizes im Klinikum Rostock Südstadt vor.

© Joachim Kloock

Menschen, die von diesem Leben Abschied nehmen müssen, würdevoll bis in den Tod zu begleiten: Diese Aufgabe haben sich Hospize gestellt. Das bestehende Hospiz am Klinikum Südstadt in Rostock wurde am 13. Oktober 1998 mit sechs Plätzen eröffnet. Es war das erste stationäre Hospiz in Mecklenburg-Vorpommern. Seit 2005 stehen zehn Plätze zur Verfügung. Doch der Bedarf ist größer. Am 28. Oktober hat das Klinikum deshalb Pläne für ein neues Hospiz am Südring vorgestellt.

Unter dem Motto „Ein Ort fürs Leben“ soll ein modernes Haus für schwerstkranke und sterbende Menschen entstehen. Ein geschützter Ort mit Blick ins Grüne, hellen Zimmern und viel Platz, um die verbleibende Zeit gemeinsam mit Angehörigen und lieben Menschen zu verbringen.

Gleichzeitig starteten das Klinikum und die Hanse- und Universitätsstadt Rostock eine Spendenkampagne. Bürger, Unternehmen, Vereine und Stiftungen sollen das Projekt unterstützen können. Wie hoch der Spendenanteil sein muss, ist allerdings noch offen. Auch ein verbindlicher Bauzeitplan liegt bislang nicht vor.

Zimmer im Hospiz-Neubau sollen 30 Quadratmeter haben

Das bestehende Hospiz verfügt über zehn Einzelzimmer. Mit dem Neubau soll die Kapazität auf 14 Plätze steigen – ein Zuwachs um 40 Prozent. Geplant ist ein eingeschossiges Gebäude mit rund 1056 Quadratmetern Fläche.

Jedes der etwa 30 Quadratmeter großen Gästezimmer soll ein barrierefreies Bad und eine eigene überdachte Terrasse erhalten. Die nach Westen ausgerichteten Räume öffnen sich zu einem parkähnlichen Außenbereich. Ausklappbare Betten sollen es Angehörigen ermöglichen, direkt im Zimmer zu übernachten. Zusätzlich ist ein separates Angehörigenzimmer vorgesehen.

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Der Neubau ist nicht nur wegen des Bedarfs an zeitgemäßer Hospizversorgung notwendig. Er soll auch die räumlichen Bedingungen für Gäste, Familien und Beschäftigte verbessern.

Architektur für neues Hospiz erinnert an Umarmung

Der Rostocker Architekt Tilo Ries hat das Gebäude als sanft geschwungenen Bogen entworfen. Die Form soll an zwei Arme erinnern, die sich schützend um die Bewohner legen.

Im Mittelpunkt des Hauses ist eine 68 Quadratmeter große Wohnküche mit Ess- und Wohnbereich geplant. Alles soll weniger wie eine Pflegeeinrichtung und mehr wie ein Zuhause wirken. Eine Terrasse verbindet den Gemeinschaftsraum mit dem Garten.

Ein weiterer Rückzugsort ist der „Raum der Stille“. Er soll einen begrünten Innenhof mit einem einzelnen Baum erhalten. Dort können persönliche Gespräche, Gebete und Abschiede stattfinden.

„Auch wenn die verbleibende Zeit begrenzt ist, soll sie so selbstbestimmt, lebenswert und erfüllt wie möglich gestaltet werden“, sagt Hospizleiterin Simone Lahl. Im Hospiz werde nicht nur Abschied genommen. Dort werde auch gemeinsam gegessen, erzählt, gelacht und gefeiert.

Neubau könnte bis zu fünf Millionen Euro kosten

Eine erste Schätzung des Architekturbüros beziffert die Kosten auf vier bis fünf Millionen Euro. Die tatsächliche Summe soll erst im weiteren Planungsverlauf ermittelt werden. Unklar ist außerdem, welche öffentlichen Fördermittel zur Verfügung stehen und welchen Anteil Stadt und Klinikum übernehmen.

Deshalb setzen die Verantwortlichen auch auf Spenden. Geplant sind Kooperationen mit Unternehmen, Sportvereinen und kulturellen Einrichtungen. Spenden könnten symbolisch einzelnen Bestandteilen des Hauses zugeordnet werden – etwa einem Stück Garten, einem Platz am gemeinsamen Tisch oder dem Baum im Innenhof.

Das moderne Hospiz in Güstrow mit zehn Plätzen wurde im Sommer 2025 eröffnet.

Das moderne Hospiz in Güstrow mit zehn Plätzen wurde im Sommer 2025 eröffnet.

© Katja Frick/Ostdeutsche Allgemeine

Das Rostocker Hospiz kann bereits auf eine breite Unterstützung in der Region bauen. In den ersten 25 Jahren seines Bestehens kamen nach Angaben des Klinikums mehr als eine Million Euro Spenden zusammen. Im Juli 2026 wurden bei einem Abendlauf mehr als 20.000 Euro gesammelt. Auch der FC Hansa Rostock unterstützte die Einrichtung mit einer Trikotaktion.

Neues Hospiz soll 2028 fertig sein

Zum 30-jährigen Bestehen des Hospizes im Jahr 2028 soll nach dem Willen der Verantwortlichen die langfristige Zukunft der Hospizversorgung in Rostock gesichert sein. Wann der Neubau tatsächlich beginnt und fertiggestellt werden kann, hängt jedoch wesentlich von der weiteren Planung und Finanzierung ab.

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