Rot-Kreuz-Mitarbeiter weiterhin verschwunden

Taliban beteuern Unschuld an neuer Entführung

AFP
2 Min

GHASNI. Die radikalislamischen Taliban in Afghanistan haben am Freitag erneut bekräftigt, dass vier seit Mittwoch vermisste Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) sich nicht in ihrer Gewalt befänden. Afghanische Unterhändler in der Region Wardak, wo die vier auf einer Fahrt nach Kabul verschleppt worden waren, bemühten sich in Verhandlungen mit örtlichen Stammesführern um die Freilassung der vier Männer."Wir haben fast alle Kämpfer in der Region Wardak kontaktiert", sagte Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid. "Sie haben alle berichtet, dass sie nicht wissen, wer die Angestellten des Roten Kreuzes entführt hat." Er könne zwar nicht endgültig ausschließen, dass es sich bei den Entführern um eine Taliban-Gruppe handele, fügte er hinzu. Allerdings würde in diesem Falle umgehend dafür gesorgt, dass die vier freikämen. "Das Rote Kreuz hat in Afghanistan eine gute Geschichte, und wir müssen mit ihnen zusammenarbeiten. Sie dürfen von niemandem geschädigt werden", verlangte Mudschahid.Auf Gewalt verzichtenDie Behörden in Wardak versicherten ihrerseits, sie stünden über Stammesälteste mit den Entführern in Kontakt. Bezirksgouverneur Anajatullah Mangal erklärte, das Rote Kreuz habe darum gebeten, auf jegliche militärische Befreiungsaktion zu verzichten. "Das Problem muss durch Vermittlung von Stammesältesten gelöst werden", sagte er.Das IKRK wollte nach dem Verschwinden der vier Mitarbeiter - zwei Afghanen, ein Mazedonier und ein Birmane - nicht von einer Entführung sprechen und hatte versichert, es gebe keinerlei Lösegeldforderungen. Die Helfer waren am Mittwoch unterwegs, um bei einer geplanten Befreiung des deutschen Ingenieurs Rudolf B. zu helfen, waren aber unverrichteter Dinge wieder auf dem Rückweg nach Kabul gewesen. Das Rote Kreuz betonte mehrfach, es gebe keinerlei Hinweis, dass die Entführung der vier Mitarbeiter mit dem Fall des 62-jährigen Deutschen etwas zu tun habe. Der Mann wird seit dem 18. Juli in den Bergen Afghanistans festgehalten.Bei einer vorangegangenen Geiselnahme von mehr als 20 Südkoreanern hatte das IRKR durch die Bereitstellung neutraler Verhandlungsorte und den Transport freigelassener Geiseln wertvolle Hilfestellung geleistet. (AFP)

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