Zwei junge rote Pandas sind seit wenigen Wochen die neuen Publikumslieblinge im Tierpark Ueckermünde. Die aus dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) stammenden Weibchen sollen langfristig zum Erhalt der bedrohten Tierart beitragen – und sorgen jetzt für neugierige Besucher. „Um einen positiven Bescheid zu erhalten, mussten die Gehegestruktur und der Lebensraum der Tiere in unserem Park vorgestellt werden. Wir kamen auf die Warteliste und erhielten in diesem Jahr zwei weibliche Rote Pandas. Wir sind sehr glücklich über diese Entscheidung“, antwortete Tierparkdirektorin Katrin Töpke auf eine Anfrage der OAZ.
Ueckermünder Tierpark baute Gehege für Pandas neu
Die Tiere seien dem Tierpark kostenlos überlassen worden. Allerdings musste das Gehege in Ueckermünde für rund 100.000 Euro extra für sie gebaut werden. Nun leben die beiden Weibchen zunächst gemeinsam in Ueckermünde und sollen zu einem späteren Zeitpunkt entsprechend der Zuchtempfehlungen des Europäischen Zooverbands EAZA zur Arterhaltung eingesetzt werden.
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Die neuen Pandas bildeten auch rund um den Landeszootag am 10. Juli einen besonderen Anziehungspunkt. Mehr als 300 Kinder nutzten allein im Tierpark Ueckermünde den freien Eintritt, der an diesem Tag in allen teilnehmenden zoologischen Einrichtungen Mecklenburg-Vorpommerns gewährt wurde. Ob die neuen Tiere die Besucherzahlen insgesamt dauerhaft erhöhen, sei allerdings noch offen. „Nach der Saison können wir berichten, ob die Haltung der Tiere positive Auswirkungen auf die Besucherzahlen hat“, sagt Katrin Töpke.
Jedes Jahr zählt der Ueckermünder Tierpark rund 100.000 Gäste. Etwa ein Drittel davon kommt aus dem Nachbarland Polen. Anfang 2026 lebten dort insgesamt 1.192 Tiere aus 99 Arten – darunter 177 Säugetiere, 221 Vögel, 29 Reptilien sowie zahlreiche Fisch- und Wirbellosenarten.
Landeszootag MV weist auf Aufgabe für Artenschutz hin
Mit dem Landeszootag wirbt Mecklenburg-Vorpommern seit Jahren für seine zoologischen Einrichtungen. Familien erhalten dabei die Möglichkeit, Zoos und Tierparks kostenfrei oder vergünstigt kennenzulernen. Gleichzeitig wollen die Einrichtungen zeigen, dass sie längst mehr sind als Ausflugsziele. Artenschutz, Umweltbildung und wissenschaftliche Zusammenarbeit nehmen heute einen immer größeren Stellenwert ein.
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Gerade die Geschichte der roten Pandas macht diesen Wandel deutlich. Anders als ihr berühmter schwarz-weißer Namensvetter gelten Rote Pandas als stark gefährdet; es gibt nur noch rund 10.000 Tiere in freier Wildbahn. Ihr Bestand in den Bergwäldern des Himalayas und Südwestchinas schrumpft durch Lebensraumverlust und Wilderei. Deshalb werden sie europaweit im Rahmen eines koordinierten Erhaltungszuchtprogramms gehalten. Welche Tiere in welchem Zoo leben oder später zur Zucht zusammengeführt werden, entscheiden die Koordinatoren des Programms. Die Tiere werden dabei nicht verkauft, sondern den beteiligten Einrichtungen entsprechend der Zuchtplanung zugewiesen.
MV investierte seit 2020 knapp 30 Millionen Euro in Zoos
Auch die übrigen Zoos des Landes nutzten den Landeszootag, um auf ihre Arbeit aufmerksam zu machen. Ob im Zoo Rostock mit seinen internationalen Artenschutzprojekten, im Ozeaneum und Zoo Stralsund oder in den kleineren Tierparks des Landes – überall standen Führungen, Mitmachangebote und Informationen über bedrohte Tierarten im Mittelpunkt. Der kostenlose Eintritt für Kinder sollte zugleich Familien den Zugang erleichtern und Interesse für Natur- und Artenschutz wecken.
Erdmännchen sind in einem Gehege im Zoo von Schwerin.
© Jens Büttner
Für die zoologischen Einrichtungen bleibt dies eine wichtige Aufgabe. Denn während die Anforderungen an Tierhaltung, Energieeffizienz und Artenschutz kontinuierlich steigen, wachsen auch die Betriebskosten. Viele Zoos investieren deshalb verstärkt in moderne Anlagen und beteiligen sich an internationalen Erhaltungszuchtprogrammen. Der Landeszootag bietet ihnen nicht nur die Möglichkeit, neue Besucher zu gewinnen, sondern auch zu zeigen, welche Rolle sie heute für den Schutz bedrohter Tierarten spielen.
„Jährlich besuchen rund drei Millionen Menschen die zoologischen Einrichtungen unseres Landes, darunter allein 60.000 Schülerinnen und Schüler. Seit 2020 investiert das Land rund 29 Millionen Euro in die Tiergärten und Zoos des Landes“, sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD) anlässlich des Landeszootages.
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