Seit Anfang Mai sind an der Nordostküste Mecklenburg-Vorpommerns über 20 tote Robben aufgefunden worden. Nach Angaben des Umweltministeriums lagen die meisten Fundorte an der südöstlichen Küste Rügens, einzelne Kadaver wurden zudem an der Außenküste Usedoms sowie im Greifswalder Bodden registriert.
Bei den Tieren handelt es sich um erwachsene Exemplare, die sich bereits über einen längeren Zeitraum im Wasser befunden hätten und teilweise stark verwest gewesen seien, so das Ministerium. Mehrere Kadaver wurden geborgen und an das Deutsche Meeresmuseum Stralsund zur Untersuchung übergeben. Von den bisher drei untersuchten Tieren aus dem Gebiet lasse sich bei einem eine unnatürliche Todesursache nicht ausschließen.
Umweltminister Till Backhaus (SPD) mahnte zur Zurückhaltung bei der Deutung der Vorfälle: „Die Robbentotfunde nehmen wir sehr ernst. Derzeit wäre es jedoch verfrüht, Rückschlüsse auf die Todesursachen zu ziehen." Ziel sei eine Aufklärung auf wissenschaftlicher Grundlage, nicht Spekulation.
Fischerei nach ersten Prüfungen nicht ursächlich
Nach derzeitigem Stand gebe es keine Hinweise, dass die Zahl der Totfunde mit der Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern in Zusammenhang stehe. Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) hat die örtliche Reusenfischerei – also den Fang mit trichterförmigen, stationär aufgestellten Netzreusen – überprüft. Im Greifswalder Bodden sowie an den Außenküsten von Südost-Rügen und Usedom seien im fraglichen Zeitraum keine Reusen im Einsatz gewesen.
Alle in diesem Jahr aufgestellten Reusen seien zudem mit den vom Umweltministerium vorgeschriebenen Einschwimmsperren ausgestattet, die verhindern sollen, dass Meeressäuger in die Netze geraten. Kontrollen durch die Fischereiaufsicht hätten dies bestätigt. Meldungen über Robbenbeifänge lägen bislang nicht vor. Die zuständigen Fachbehörden stünden zur Klärung der Todesursachen in engem Austausch.
Erinnerung an frühere Häufungen
Bereits im Oktober 2024 waren binnen kurzer Zeit mehr als 40 tote Robben an Rügens Küste entdeckt worden. Ein natürlicher Tod wurde damals nach Untersuchungen ausgeschlossen. Experten des Deutschen Meeresmuseums vermuteten seinerzeit, dass die Tiere ertrunken sein könnten – etwa nach dem Verfangen in einem Netz oder einer Reuse. Auch 2017 hatte es eine ungewöhnliche Häufung von Totfunden gegeben.
CDU in Mecklenburg-Vorpommern: Fischbrötchen-Slogan und die Reaktion darauf
Hohe Kosten, viele Ausländer, weniger Platz: Ostdeutsche Gefängnisse am Limit?
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]