Rüstungsbranche

Rüstungsriese KNDS an die Börse: Deutschland und Frankreich sichern sich die Mehrheit

Der Hersteller des Leopard 2 wagt den Sprung aufs Parkett. Berlin und Paris sichern sich die Kontrolle, doch Kleinanleger bleiben außen vor.

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KNDS kündigt den Börsengang in Frankfurt und Paris an.

KNDS kündigt den Börsengang in Frankfurt und Paris an.

© Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS hat einen Börsengang in Frankfurt und Paris angekündigt. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in Amsterdam mit. Details zu Preis und Zeitplan sollen kurz vor der Transaktion im Börsenprospekt veröffentlicht werden. „Wir erwarten den Börsengang in den kommenden Wochen“, sagte Konzernchef Jean-Paul Alary auf einer Pressekonferenz.

Staatliche Mehrheit bleibt erhalten

Vorausgegangen war eine Einigung zwischen den Regierungen in Berlin und Paris über die künftige Eigentümerstruktur. Demnach erwerben die Bundesrepublik Deutschland und der französische Staat jeweils einen Anteil von 40 Prozent. Die verbleibenden 20 Prozent sollen im Zuge des Börsengangs an institutionelle Investoren veräußert werden. Bislang befindet sich das Unternehmen im Besitz des französischen Staates und der Familie hinter dem Rüstungshersteller Krauss-Maffei Wegmann.

Beobachter zählen das Vorhaben nach Unternehmensangaben zu den größten europäischen Börsengängen im Verteidigungssektor der vergangenen Jahre. Der Konzern habe in den vergangenen Wochen bereits viele Gespräche mit potenziellen Käufern geführt, und das Interesse sei sehr hoch, sagte Alary, ohne konkrete Namen zu nennen. Eine Platzierung an Privatanleger schließt KNDS ausdrücklich aus.

Leopard 2 und Caesar im Portfolio

KNDS entstand 2015 durch die Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Unternehmen Nexter und zählt nach eigenen Angaben zu den führenden europäischen Anbietern von Landsystemen. Zum Portfolio gehören neben dem Kampfpanzer Leopard 2 auch das Artilleriesystem Caesar. Das Unternehmen beliefert nach eigenen Angaben mehr als 40 Armeen weltweit.

Der Konzern mit Hauptsitz in Amsterdam und gut 11.000 Mitarbeitenden steigerte im vergangenen Jahr seinen Umsatz um 15,9 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. (mit dpa)

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