Die durch einen ukrainischen Drohnenangriff getroffene Ölraffinerie im russischen Orsk ist vollständig stillgelegt. Die Reparatur der beschädigten Anlagen könne bis zu sechs Monate dauern, teilte der Gouverneur der Region Orenburg, Jewgeni Solnzew, am Donnerstag über die sozialen Medien mit.
Grund für die lange Dauer sei, dass die betroffenen Bauteile aus dem Ausland stammten und wegen der westlichen Sanktionen gegen Russland nur schwer zu ersetzen seien.
„Splitter haben zentrale Infrastruktur getroffen, die derzeit nicht wiederhergestellt werden kann“, schrieb Solnzew nach Angaben der Nachrichtenagenturen Reuters und Interfax. Man bereite sich auf ein Szenario vor, in dem die Region auf Kraftstofflieferungen von außerhalb angewiesen sei. Die Logistik werde bereits umgestellt.
Versorgungslage angespannt
Von den 287 Tankstellen der Region seien derzeit 80 Prozent in Betrieb, teilte Solnzew mit. Vorrang bei der Kraftstoffabgabe hätten Einsatz- und Spezialfahrzeuge. Verkehrspolizei und freiwillige Helfer würden die Fahrzeugströme an den Tankstellen lenken und die Bevölkerung über neue Regeln für den Verkauf von Kraftstoff informieren. „Die Lage ist nicht überall einfach, aber beherrschbar“, sagte der Gouverneur. Er rief die Autofahrer zu Geduld auf.
Das ukrainische Militär hatte nach eigenen Angaben am Dienstag die Raffinerie in Orsk angegriffen und in Brand gesetzt. Die Anlage liegt nahe der Grenze zu Kasachstan, rund 1470 Kilometer südöstlich von Moskau.
Laut Reuters hat die Raffinerie eine Jahreskapazität von sechs Millionen Tonnen Rohöl und stellt Benzin, Dieselkraftstoff, Flugzeugkerosin, Heizöl und Bitumen her. Betreiber ist das Unternehmen Orsknefteorgsintez.
Die Ukraine hat ihre Angriffe auf russische Raffinerien in diesem Jahr verstärkt. In mehreren Regionen Russlands ist es in der Folge zu Kraftstoffknappheit gekommen.
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