Britische Streitkräfte haben im Ärmelkanal nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums einen mutmaßlichen Tanker der sogenannten russischen Schattenflotte aufgebracht. In einer rund sechsstündigen Operation enterten Royal Marine Commandos und Beamte der nationalen Kriminalbehörde NCA den unter der Flagge Kameruns fahrenden Tanker „Smyrtos“, hieß es in einer Erklärung.
Unterstützt wurde der Einsatz demnach durch Hubschrauber der Maritime Air Group, ein Aufklärungsflugzeug vom Typ P-8 der Royal Air Force sowie die Schiffe HMS Sutherland und HMS Ledbury. Der Tanker werde vorläufig vor der englischen Südküste vor Anker gelegt und auf mögliche Umwelt- und Sicherheitsrisiken überwacht, hieß es weiter. Es handele sich um die erste von Großbritannien geführte Operation dieser Art.
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Großbritannien: Hunderte Schiffe sanktioniert
Premierminister Keir Starmer hatte den Streitkräften und Strafverfolgungsbehörden nach Angaben des Ministeriums bereits im März grundsätzlich erlaubt, Schiffe der Schattenflotte zu entern. Starmer sagte laut Erklärung, der Einsatz versetze Russland „einen weiteren Schlag“. Verteidigungsminister Dan Jarvis erklärte, Russland sei auf die Schattenflotte angewiesen, um den Krieg in der Ukraine zu finanzieren.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums transportiert die mehr als 700 Schiffe umfassende Schattenflotte rund 75 Prozent des unter Sanktionen stehenden russischen Öls. Großbritannien habe bislang fast 600 Schiffe sanktioniert. Der Einsatz wurde laut Ministerium in enger Abstimmung mit Frankreich durchgeführt.
Frühere Tanker-Festsetzung: Russland übte Kritik
Bereits am 1. Juni hatte die französische Marine nach Angaben von Präsident Emmanuel Macron mit britischer Unterstützung den Tanker „Tagor“ im Atlantik gestoppt. Wie die BBC unter Berufung auf das britische Verteidigungsministerium berichtete, war daran auch ein britischer Hubschrauber beteiligt.
Moskau hatte das Vorgehen damals scharf zurückgewiesen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete die Festsetzung des Tankers nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass als rechtswidrig und sprach von einem Akt, der „internationaler Piraterie“ gleichkomme. Zu der jüngsten britischen Aktion lag zunächst keine Reaktion aus Moskau vor.
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