Ukraine-Krieg

Russische Soldatenfrauen: „Du hast deinen Mann verkauft, jetzt musst du damit leben“

Seit Kriegsbeginn liest Mascha Rupasowa rund hundert Chats russischer Soldatenfrauen. Ein Gespräch über Blutgeld, Scham und einen Mythos, der nicht zerbricht.

Daria Boll-Palievskaya
Daria Boll-Palievskaya
9 Min
Eine Frau am Grab eines gefallenen Soldaten: Für viele Familien in Russland ist der Tod an der Front auch eine Frage des Geldes geworden.

Eine Frau am Grab eines gefallenen Soldaten: Für viele Familien in Russland ist der Tod an der Front auch eine Frage des Geldes geworden.

© Aleksandr Galperin/imago

Die Schriftstellerin Mascha Rupasowa verfolgt seit Beginn des russischen Kriegs in der Ukraine unzählige Telegram-Gruppen von Ehefrauen, Witwen und Müttern russischer Soldaten.

Sie beobachtet einen widersprüchlichen Mechanismus. Geld ist für viele Männer ein wesentlicher Grund, an die Front in den Donbass zu gehen, doch die Familien machen daraus eine Geschichte von Pflicht, Patriotismus und Verteidigung Russlands. Rupasowa beobachtet, wie aus Geld, Schuld, Trauer und dem Bedürfnis nach Anerkennung ein Mythos entsteht, der weit über die betroffenen Familien hinauswirkt.

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