Ukraine-Krieg

Russischer Drohnenangriff auf ukrainischen Bahnsteig: 14 Tote in Dnipro

Eine Drohne trifft einen Bahnsteig in der Ukraine. 14 Menschen sterben. Auch Russland meldet Drohnenangriffe.

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Rettungskräfte evakuieren einen Verletzten nach einem russischen Drohnenangriff an einem Bahnsteig.

Rettungskräfte evakuieren einen Verletzten nach einem russischen Drohnenangriff an einem Bahnsteig.

© --/Ukrainian Emergency Service/AP/dpa

Bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Bahnhof der ukrainischen Stadt Dnipro sind am Donnerstag mindestens 14 Menschen getötet worden. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf ukrainische Behörden. Nach Angaben der staatlichen Eisenbahngesellschaft Ukrzaliznytsia traf eine düsengetriebene Drohne einen Bahnsteig. Dort warteten Menschen auf einen Pendlerzug nach Saporischschja.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte Bilder der Folgen des Angriffs. Darauf sind Tote am Boden und Rettungskräfte zu sehen, die Verletzte auf Tragen abtransportieren. Der ukrainische Ministerpräsident Sergij Koretskyj warf Russland vor, gezielt Zivilisten anzugreifen. „Russland jagt gezielt Zivilisten: in Zügen, an Bahnhöfen und in Wohngebäuden“, schrieb er laut Reuters auf Telegram.

Weitere Angriffe auf ukrainische Städte

Auch in anderen Teilen der Ukraine gab es Tote. In Tschernihiw im Norden des Landes wurden bei einem Drohnenangriff zwei Jugendliche getötet. Weitere 23 Menschen wurden verletzt. In Krementschuk in der Zentralukraine kamen bei einem Angriff auf ein Wohngebäude drei Menschen ums Leben, 15 weitere wurden verletzt, wie Reuters unter Berufung auf den Gouverneur der Region berichtete.

Russische Drohnen- und Raketenangriffe treffen nach Angaben von Reuters zunehmend auch die zivile Infrastruktur der Ukraine. Dazu gehört das Eisenbahnnetz. Die Angriffe belasten den Alltag der Bevölkerung und die Wirtschaft. Zugleich leidet die ukrainische Luftverteidigung unter einem Mangel an Abfangraketen. Moskau bestreitet dem Bericht zufolge ebenso wie Kiew, gezielt Zivilisten anzugreifen.

Europäische Politiker verurteilen Angriff

Mehrere europäische Politiker verurteilten den Angriff. Der tschechische Präsident Petr Pavel bezeichnete ihn als „unentschuldbar“. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte auf X, man müsse deutlich mehr anstreben als eine örtlich begrenzte Waffenruhe wie die, die aktuell für Oleschky gelte.

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Die örtliche humanitäre Waffenruhe in der südukrainischen Region Cherson hielt zunächst an, wie Reuters berichtet. Bis Donnerstagmittag meldeten weder Moskau noch Kiew Verstöße. Die Vereinbarung betrifft insbesondere die von Russland kontrollierte Stadt Oleschky. Sie soll Hilfslieferungen ermöglichen und Zivilisten die Ausreise erleichtern.

Wie Reuters berichtete, wurde die Feuerpause mit Unterstützung der First Lady der USA, Melania Trump, vermittelt. Die Vereinbarung sieht demnach vor, Lebensmittel und Medikamente in die im Kriegsgebiet eingeschlossene Stadt zu bringen. Zudem sollen Bewohner die Möglichkeit erhalten, das Gebiet zu verlassen.

Selenskyj forderte die internationalen Partner der Ukraine auf, den Druck auf Moskau zu erhöhen und Sanktionen gegen Russland bis zum Ende des Krieges beizubehalten. „Es ist an der Zeit, dass die EU, die Vereinigten Staaten und die G7 neue, strengere Sanktionen verhängen“, forderte er auf X.

Russland meldet mehr als 1200 abgewehrte Drohnen

Unterdessen meldete Russland einen groß angelegten ukrainischen Drohnenangriff. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums, über die die staatliche Nachrichtenagentur Tass berichtete, seien in der Nacht zu Donnerstag 1214 ukrainische Drohnen über russischen Regionen abgeschossen worden.

Der Angriff auf die Region Moskau sei einer der größten des Jahres gewesen, schrieb Tass unter Berufung auf eigene Auswertungen von Angaben des Moskauer Bürgermeisters Sergej Sobjanin. Demnach seien zwischen Mittwochabend und Donnerstagmorgen insgesamt 613 Drohnen auf die Region Moskau zugesteuert. Die russische Luftabwehr habe die meisten bereits in größerer Entfernung abgefangen. Weitere 231 Drohnen seien beim Anflug auf Moskau zerstört worden.

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