Polen

Russischer Künstler in Polen erschossen: Tusk vermutet „politischen Mord“

Der russische Künstler Semjon Skrepezki wurde in Polen erschossen. Laut Ministerpräsident Tusk deuten „alle Hinweise“ auf ein politisches Motiv hin.

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Polizisten sind am Tatort im Osten Polens im Einsatz.

Polizisten sind am Tatort im Osten Polens im Einsatz.

© Wojtek Jargilo/PAP/dpa

Die Erschießung des russischen Künstlers Semjon Skrepezki im ostpolnischen Biała Podlaska war nach Einschätzung des polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk mit hoher Wahrscheinlichkeit ein „politischer Mord“. „Alle Hinweise“ deuteten darauf hin, sagte Tusk am Mittwoch laut der Nachrichtenagentur AFP.

Nach Angaben der Behörden gab der Angreifer am Montagmorgen fünf Schüsse auf den 44-Jährigen ab. Skrepezki, mit bürgerlichem Namen Robert Kusowkow, wurde laut Augenzeugenberichten in der Nähe seiner Wohnung erschossen, als er mit seinem Hund unterwegs war, berichtete der polnische Sender TVP World.

Im Zusammenhang mit der Tat waren laut TVP World zunächst zwei belarussische Staatsangehörige und ein Italiener festgenommen und anschließend wieder freigelassen worden. Tusk sprach dem Bericht zufolge von „Staatsterrorismus“ und erklärte, es handele sich „um einen sehr ernsten Vorfall von internationaler Dimension“, sollte die Tötung von Russland angeordnet worden sein. Eine Reaktion Russlands lag zunächst nicht vor.

Karikaturen russischer Politiker

Skrepezki galt AFP zufolge als Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er war für satirische Porträts und Karikaturen bekannt, in denen unter anderem Josef Stalin oder auch der Präsident der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, sowie russische Oppositionelle dargestellt wurden.

Der Künstler hatte Russland laut TVP World 2021 aus Furcht vor politischer Verfolgung verlassen. Seine Witwe erklärte nach Angaben des Senders auf Telegram, ihr Mann habe Drohungen „von allen Seiten“ erhalten – „von russischen Propagandisten über das Internet bis hin zu ukrainischen Radikalen“. Sie und ihre Kinder seien an einen sicheren Ort gebracht worden und befänden sich unter Schutz der Sicherheitsbehörden. (mit AFP)

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