Ukraine-Krieg

Russland fordert Ausländer und Diplomaten zum Verlassen von Kiew auf

Russland fordert Diplomaten und ausländische Staatsbürger auf, Kiew „so schnell wie möglich zu verlassen“ und kündigt neue Angriffe an.

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Ein beschädigtes Wohnhaus in Kiew nach einem russischen Angriff

Ein beschädigtes Wohnhaus in Kiew nach einem russischen Angriff

© Efrem Lukatsky/AP

Das russische Außenministerium hat neue Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew angekündigt und Ausländer sowie Diplomaten aufgefordert, die Stadt zu verlassen. Russland werde „Anlagen des ukrainischen militärisch-industriellen Komplexes“ angreifen, erklärte das Ministerium laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax.

„Die Angriffe zielen sowohl auf Entscheidungszentren als auch auf Kommandoposten“, hieß es laut Interfax in der Erklärung. Betroffen seien auch Standorte, an denen Drohnen entwickelt, hergestellt und für den Einsatz vorbereitet würden.

Da diese Orte über das Stadtgebiet verteilt seien, fordere man „ausländische Staatsbürger, einschließlich des Personals diplomatischer Missionen und Repräsentanzen internationaler Organisationen“ dazu auf, die Stadt „so schnell wie möglich zu verlassen“. Russland warnte zudem die Einwohner Kiews, sich nicht in der Nähe militärischer oder administrativer Einrichtungen aufzuhalten.

Russland: Lawrow telefoniert mit Rubio

Das russische Außenministerium gab weiter an, dass der russische Außenminister Sergej Lawrow am Montag mit US-Außenminister Marco Rubio telefoniert habe. Dabei habe Lawrow Rubio informiert, dass Moskau als Reaktion auf ukrainische Angriffe „Einrichtungen der ukrainischen Streitkräfte in Kiew sowie die zuständigen Entscheidungszentren“ angreifen werde. Zudem sprachen die beiden Minister über die Straße von Hormus und Kuba, hieß es.

Russland hatte Diplomaten bereits Anfang Mai dazu aufgefordert, die Stadt zu verlassen. Es könne zu einem „Vergeltungsschlag“ kommen, wenn die Ukraine das russische Weltkriegsgedenken am 9. Mai störe, erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, laut Tass.

Schwerer Angriff am Wochenende

Die Ankündigung folgt auf einen massiven Luftangriff in der Nacht zum Sonntag, bei dem nach Angaben des Kyiv Independent rund 90 Raketen und 600 Drohnen auf die Ukraine abgefeuert wurden. In Kiew wurden dabei zwei Menschen getötet und mehr als 80 verletzt. Zudem setzte Russland dem Bericht zufolge erneut die ballistische Mittelstreckenrakete Oreschnik ein.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP wurden auch das ARD-Studio und das Büro der Deutschen Welle in Kiew beschädigt. Verletzte wurden dabei jedoch nicht gemeldet.

Moskau begründete die angekündigten Angriffe laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass mit Vergeltung für einen Drohnenangriff auf die von Russland besetzte Stadt Starobilsk im Gebiet Luhansk. Nach russischen Angaben wurden dabei 21 Menschen getötet, darunter Kinder. Der ukrainische Generalstab erklärte laut Kyiv Independent, in der Region einen Angriff auf eine Kommandozentrale einer russischen Drohneneinheit durchgeführt zu haben. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist nicht möglich.

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Nach Angaben der ukrainischen Behörden wurden bei russischen Angriffen am Wochenende mindestens vier Menschen getötet, wie AFP berichtet. Russische und von kontrollierte Behörden meldeten sechs Tote durch ukrainische Angriffe, darunter vier in der Region Donezk, die teilweise von Moskau kontrolliert wird. (mit AFP)

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