Russland hat der Nato einen „gefährlichen und rücksichtslosen Kurs“ vorgeworfen, der ein „hohes Risiko des Ausbruchs eines direkten bewaffneten Konflikts“ berge. Das berichtet Reuters unter Berufung auf ein an die Nato gesendetes Dokument, das der Nachrichtenagentur nach eigenen Angaben vorlag.
„Russland wird bereit sein, das gesamte ihm zur Verfügung stehende Arsenal an Streitkräften und Fähigkeiten, einschließlich Atomwaffen, einzusetzen, um sein Territorium zu verteidigen, sollten Nato-Staaten den Versuch unternehmen, die Region Kaliningrad vom Rest des Landes zu isolieren“, heißt es dem Bericht zufolge in dem Schreiben. Das beinhalte auch die Möglichkeit „russischer Angriffe auf Entscheidungszentren in den Mitgliedstaaten des Bündnisses von Beginn des Konflikts an“.
Kaliningrad ist eine russische Exklave an der Ostsee, die zwischen den Nato-Mitgliedstaaten Polen und Litauen liegt.
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Ähnliche Vorwürfe von russischen Botschaften
Nach Angaben von Reuters handelt es sich bei dem Dokument um ein sogenanntes „Non-Paper“, ein informelles Dokument. Russische Botschaften in mindestens drei europäischen Ländern hätten in den vergangenen drei Tagen ähnliche Vorwürfe gegen die Nato erhoben. Sie warfen dem Bündnis dem Bericht zufolge vor, die Spannungen durch Militärübungen und Planungen im Zusammenhang mit Kaliningrad zu verschärfen.
So hatte etwa die russische Botschaft in Belgien nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass am Montag erklärt, sie habe ihre Position an das Internationale Sekretariat der Nato und das belgische Außenministerium übermittelt. Sie warnte demnach, das „rücksichtslose und unverantwortliche Vorgehen“ der Nato erhöhe „das Risiko einer direkten militärischen Konfrontation mit unserem Land“ erheblich.
In den Erklärungen hieß es laut Reuters, Russland habe nicht die Absicht, Nato-Staaten anzugreifen, werde jedoch auf mögliche Aggression gegen Kaliningrad reagieren. Die jüngsten Warnungen fallen in eine Phase zunehmender Spannungen zwischen Russland und europäischen Staaten, die Moskau dem Bericht zufolge unter anderem eine Zunahme sogenannter hybrider Aktivitäten wie Sabotage und Brandstiftung vorwerfen. Russland weist dies zurück.
Nato spricht von „unverantwortlicher nuklearer Rhetorik“
In einer schriftlichen Antwort erklärte die Nato laut Reuters, dass sie ein Verteidigungsbündnis sei. „Keine der Übungen oder Aktivitäten der Nato stellen eine Bedrohung für das Territorium der Russischen Föderation dar“, hieß es demnach.
Das Bündnis appelliere an Russland, sein „zunehmend rücksichtsloses Verhalten gegenüber den Alliierten einzustellen“ und die „unverantwortliche nukleare Rhetorik“ zu beenden. Zudem forderte die Nato Russland auf, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden.
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