Die russischen Streitkräfte haben am Dienstag eine dreitägige Großübung ihrer Atomstreitkräfte begonnen. Wie das Verteidigungsministeriums in Moskau in einer Mitteilung schreibt, dient die bis Donnerstag laufende Übung der Vorbereitung der Streitkräfte auf eine Reaktion auf externe Bedrohungen. Konkret diene sie zur „Vorbereitung und dem Einsatz ihrer Atomwaffen für den Fall einer drohenden Aggression“.
Nach Angaben des Ministeriums sind 64.000 Soldaten und 7800 militärische Ausrüstungsgegenstände im Einsatz. Die AFP nennt eine Zahl von mehr als 65.000 beteiligten Soldaten. Zum Einsatz kommen demnach mehr als 200 Raketenwerfer, 140 Flugzeuge, 73 Überwasserschiffe sowie 13 U-Boote, darunter acht strategische Atom-U-Boote. Geplant sind den Behörden zufolge auch Starts ballistischer Raketen und Marschflugkörper. An den Manövern sind nach Ministeriumsangaben die Strategischen Raketentruppen, die Nord- und Pazifikflotte, die strategischen Fernfliegerkräfte sowie Einheiten der Militärbezirke Leningrad und Zentral beteiligt.
Wie das Verteidigungsministerium weiter schreibt, soll die Übung auch die Anwendung russischer taktischer Atomwaffen umfassen, die in Belarus stationiert sind. Das belarussische Verteidigungsministerium hatte laut AFP bereits am Montag ein gemeinsames Manöver angekündigt, bei dem es um „Fragen im Zusammenhang mit der Lieferung nuklearer Munition und der Vorbereitung ihres Einsatzes in Zusammenarbeit mit der russischen Seite“ gehe.
Russland zuletzt von ukrainischen Drohnen attackiert
Das Manöver fällt in den Kontext zuletzt verstärkter ukrainischer Drohnenangriffe. Am Samstag sei Russland Ziel einer der heftigsten ukrainischen Drohnenattacken seit Beginn der russischen Offensive vor mehr als vier Jahren geworden. Damit habe die Ukraine AFP zufolge auf tödliche russische Angriffe auf Kiew reagiert.
Die Übung fällt in eine Phase, in der die internationale Rüstungskontrolle weitgehend zusammengebrochen ist. Mit dem Auslaufen des New-Start-Abkommens im Februar entfielen die letzten Obergrenzen für die Atomarsenale der USA und Russlands. Präsident Wladimir Putin und weitere russische Vertreter hatten seit Beginn der vollumfänglichen Invasion der Ukraine wiederholt mit Atomwaffen gedroht, um westliche Militärhilfe für Kiew zu unterbinden.
Nach Angaben der AFP stationierte Russland im vergangenen Jahr seine atomwaffenfähige Hyperschallrakete Oreschnik in Belarus. Ende Februar erklärte Putin laut AFP, die Weiterentwicklung der russischen Nuklearstreitkräfte habe „absolute Priorität“. In der vergangenen Woche testete Moskau dem Bericht zufolge zudem die nuklearfähige Interkontinentalrakete Sarmat.
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