Unbekannte Täter haben in der Nacht zu diesem Donnerstag an zwei Bahnhöfen im Landkreis Leipzig Stellwerksignale manipuliert und damit den Zugverkehr auf der Strecke zwischen Döbeln und Leipzig in beiden Richtungen lahmgelegt.
Das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) im Landeskriminalamt Sachsen hat die Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr übernommen und bittet die Bevölkerung dringend um Hinweise.
Laut LKA kletterten die Täter im Zeitraum zwischen 22 Uhr und 1.45 Uhr auf Signalmasten an den Bahnhöfen Beucha und Naunhof, etwa 30 Kilometer östlich von Leipzig, und manipulierten dort die Stellwerksignale. Wie genau sie sich Zugang verschafften, ist bislang ungeklärt. Die Bundespolizei sprach von einem „massiven Vandalismusschaden an mehreren signaltechnischen Einrichtungen“.
Personen kamen nach Angaben der Behörden nicht zu Schaden. Die Höhe des entstandenen Sachschadens konnte zunächst nicht beziffert werden, die Ermittlungen dazu dauern an.
Nicht der erste Vorfall auf sächsischen Bahnstrecken
Die Folgen für Pendler im Raum Leipzig und Mittelsachsen waren erheblich: Sämtliche Züge der Regionalbahnlinie RB 110 fielen aus. Der Infrastrukturbetreiber DB InfraGO sperrte nicht nur die Bahnhöfe Naunhof und Beucha, sondern auch die Gleise dazwischen vollständig. Die Deutsche Bahn richtete einen Schienenersatzverkehr mit Bussen von Borsdorf nach Grimma und von Grimma nach Döbeln ein. In der App der Deutschen Bahn wurde mitgeteilt, dass mit Einschränkungen bis in die Abendstunden zu rechnen sei. Wann der reguläre Zugbetrieb auf dem betroffenen Abschnitt wieder aufgenommen werden kann, war zunächst unklar.
Der Angriff reiht sich in eine Serie ähnlicher Vorfälle ein. Bereits am Wochenende um den 10. Februar 2026 hatten Unbekannte den Kabelkanal an der Bahnstrecke zwischen Leipzig und Chemnitz beschädigt, wie die Deutsche Bahn auf Anfrage des MDR zuvor mitteilte. Auch dort kam es zu einer Signalstörung, die Reparaturarbeiten zogen sich bis zum darauffolgenden Mittwochnachmittag hin. Das LKA hatte auch in diesem Fall die Ermittlungen übernommen.
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Die Ermittlungsbehörden sind bei der Aufklärung des jüngsten Vorfalls auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Gesucht werden insbesondere Zeugen, die sich im mutmaßlichen Tatzeitraum in der Umgebung der Bahnhöfe Beucha und Naunhof aufgehalten haben oder sachdienliche Hinweise geben können.
Das LKA nimmt Hinweise zum jüngsten Vorfall unter der kostenfreien Telefonnummer 0800–8552055 sowie bei jeder anderen Polizeidienststelle entgegen.
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