Bildung

Wahlergebnis als Standort-Killer? Das erste Zeugnis für Sachsen-Anhalts Hochschulen

Vor der Landtagswahl gab es Sorgen um die Studentenzahlen. Erste Daten von drei Hochschulen zeigen ein gemischtes Bild.

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Die Hochschule Anhalt hat rund 20 Prozent mehr Studienanfänger, die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg mehr Bewerbungen. Die Hochschule Magdeburg-Stendal vermeldet einen leichten Rückgang der Bewerbungen.

Die Hochschule Anhalt hat rund 20 Prozent mehr Studienanfänger, die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg mehr Bewerbungen. Die Hochschule Magdeburg-Stendal vermeldet einen leichten Rückgang der Bewerbungen.

© Peter Gercke

Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gab es die Sorge, das politische Klima könnte Studenten abschrecken, vor allem internationale. Zum Wintersemester zeigt sich an den Hochschulen in Köthen und Magdeburg bislang kein erkennbarer Effekt. Endgültige Zahlen liegen noch nicht vor.

Die Hochschule Anhalt meldet einen deutlichen Zuwachs. Die Zahl der Studienanfänger liege rund 20 Prozent über dem Vorjahr, teilt Pressesprecherin Bettina Kranhold mit. Die Zahl der immatrikulierten internationalen Studenten und die Bewerbungen seien konstant geblieben. „Auffällige Veränderungen bei einzelnen Herkunftsländern beobachten wir derzeit nicht“, so Kranhold. Bewerbungen aus dem Ausland hätten teilweise mehr als ein Jahr Vorlauf, auch wegen der Visaverfahren. Aktuelle politische Entwicklungen hätten daher „nur einen sehr geringen Einfluss“. Viele internationale Studenten verfolgten die politische Entwicklung im Land allerdings „mit großer Sorge“. Die Hochschule nehme das ernst, International Office und Landesstudienkolleg stünden im engen Austausch mit den Studenten.

Magdeburg-Stendal: Anfängerzahlen nahe am Vorjahr

An der Hochschule Magdeburg-Stendal dürften die Anfängerzahlen nahezu stabil bleiben. Man rechne mit bis zu 1.100 Studienanfängern, sagt Pressesprecher Norbert Doktor. Das wäre fast so viel wie zum Wintersemester 2025/26 mit 1.104. Die Bewerbungen gingen mit etwa 2.500 leicht zurück, im Vorjahr waren es 2.800. „Möglicherweise hat es demografische Gründe“, so Doktor. Ob sich die Befürchtungen nach der Wahl bewahrheitet hätten? „Davon ist bislang nichts festzustellen“, sagt er. Weder deuteten die vorläufigen Zahlen darauf hin, noch gebe es einzelne politisch begründete Absagen. Um für ausländische Studenten attraktiv zu bleiben, halte man die Qualität der Angebote hoch, kümmere sich intensiv um alle Internationalen, etwa mit dem International Office und einem Buddyprogramm, und werbe im Ausland. Offizielle Zahlen soll es zum 31. Oktober geben.

Uni Magdeburg: Mehr Bewerbungen, viele Angebote

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg verzeichnet mehr Bewerbungen. Mit fast 10.500 liege deren Zahl mehr als 1.000 über dem Vorjahr, teilt Katharina Vorwerk, Leiterin der Universitätskommunikation, mit. Für internationale Studenten gibt es seit 2024 einen bilingualen Bachelorstudiengang Informatik, der auf Deutsch oder Englisch begonnen werden kann. Zudem nutzten pro Semester rund 450 bis 500 Studenten zusätzliche Deutschkurse. Das International Office helfe bei Einreise, Wohnungssuche und Behördenkontakten. Mit dem Karrierezertifikat „FIT for Career Start“ und einem Alumni-Botschafterprogramm wolle die Universität eine Perspektive in Sachsen-Anhalt eröffnen. „Menschen aus aller Welt sind an unserer Universität willkommen und gehören zu ihr“, so Vorwerk.

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Im Verhältnis zur Landtagswahl ergibt sich ein gemischtes Bild: Die Hochschule Anhalt wächst bei den Studienanfängern deutlich, die Uni Magdeburg verzeichnet mehr Bewerbungen, an der Hochschule Magdeburg-Stendal gehen die Bewerbungen leicht zurück. Die Hochschule Anhalt sieht nur einen sehr geringen Einfluss auf die Entscheidung internationaler Studenten, die Hochschule Magdeburg-Stendal bislang keine Folgen der Wahl. Die Uni Magdeburg äußert sich dazu nicht. Doktor führt den Rückgang in Magdeburg-Stendal möglicherweise auf demografische Gründe zurück.

Ob sich dieses Bild bestätigt, zeigen erst die amtlichen Zahlen zum Stichtag 31. Oktober.

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