AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund schließt nicht mehr aus, bei der Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt auch in einem zweiten oder dritten Wahlgang anzutreten. „Möglicherweise müssen wir die Gemengelage neu bewerten. Ob ich dann ein zweites oder drittes Mal antrete – oder ein anderer – das werden wir sehen“, sagte Siegmund der Volksstimme. Entscheidend sei, „dass ich meine Glaubwürdigkeit nicht verliere“.
Ursprünglich hatte Siegmund angekündigt, bei der Wahl im Dezember nur einmal anzutreten. Die Aussage sei allerdings gefallen, bevor die CDU-Fraktion beschlossen habe, während der Wahl den Plenarsaal zu verlassen. „Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass man Geschäftsordnungstricks anwendet oder einfach weglaufen will“, kritisierte Siegmund. Deshalb wolle er sich nicht mehr endgültig festlegen.
Siegmund sieht Risiko für AfD
Für eine Wahl im ersten Wahlgang benötigt Siegmund drei Stimmen aus anderen Fraktionen. Die CDU will den Saal verlassen, das BSW sich enthalten. Scheitern die ersten beiden Wahlgänge, reicht im dritten Wahlgang die Mehrheit der abgegebenen Stimmen.
AfD-Wahlsieger Siegmund legt sich fest: „Ich stelle mich im Dezember zur Wahl“
Siegmund sieht darin allerdings ein Risiko. „Abgeordnete anderer Fraktionen könnten mich mit Stimmenthaltung zwar ins Amt bringen – mich dann aber bei wichtigen Vorhaben gegen die Wand laufen lassen“, sagte er. Das könne den bundesweiten Erfolg der AfD gefährden. Parteichefin Alice Weidel hatte zuvor angekündigt, Siegmund werde Ministerpräsident. Ob im ersten, zweiten oder dritten Wahlgang, sei ihr „völlig egal“.
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