Spritpreise

Sachsen-Anhalt: Warum tanken hier am teuersten ist

Sachsen-Anhalt ist Deutschlands teuerstes Pflaster für Benzin. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des ADAC hervor.

3 Min
Die Tankpreise in Sachsen-Anhalt gehören regelmäßig zu den Spitzenreitern im bundesweiten Vergleich.

Die Tankpreise in Sachsen-Anhalt gehören regelmäßig zu den Spitzenreitern im bundesweiten Vergleich.

© Christophe Gateau

Autofahrer in Sachsen-Anhalt zahlen bundesweit die höchsten Preise für Super E10. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des ADAC hervor, der am 17. Februar um 11 Uhr die Spritpreise an rund 14.000 Tankstellen in Deutschland verglichen hat. Demnach lag der Literpreis für Super E10 in Sachsen-Anhalt bei knapp 1,80 Euro – fast 8 Cent mehr als im günstigsten Bundesland, dem Saarland.

Auch beim Diesel gehört Sachsen-Anhalt mit 1,74 Euro pro Liter zu den teuersten Regionen und belegt den vierten Platz. Nur in Schleswig-Holstein, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern müssen Dieselfahrer noch tiefer in die Tasche greifen. Insgesamt zeichnet sich ein deutliches Ost-West-Gefälle bei den Kraftstoffpreisen ab. Bereits im Februar waren Benzin und Diesel so teuer wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr.

Dass Sachsen-Anhalt bei den Spritpreisen regelmäßig an der Spitze steht, ist kein neues Phänomen. Laut ADAC führte das Bundesland das Preisranking auch in der Vergangenheit immer wieder an.

Wenig Wettbewerb, teure Versorgungswege

Für die dauerhaft hohen Tankpreise gibt es nach Angaben des Tankstellenverbands mehrere strukturelle Ursachen. Ostdeutschland ist bei der Spritversorgung im Wesentlichen auf zwei Raffinerien angewiesen: Leuna im Saalekreis und Schwedt in Brandenburg. Beide Anlagen haben seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine mit dem Wegfall russischen Rohöls zu kämpfen, was die Versorgungslage verteuert.

Hinzu kommt eine deutlich geringere Tankstellendichte als in anderen Bundesländern. Weniger Zapfsäulen bedeuten weniger Wettbewerb – und damit höhere Preise. Auch die Transportkosten von den Raffinerien oder Tanklagern zu den einzelnen Tankstellen schlagen sich direkt auf den Literpreis nieder.

Einen zusätzlichen Verzerrungseffekt haben die Autobahntankstellen: In Regionen mit vielen Autobahnkilometern und wenigen Tankstellen in der Fläche treiben die Rastplatzpreise den Landesdurchschnitt nach oben. An der Autobahn kostet ein Liter Kraftstoff laut ADAC gut 30 Cent mehr als in der Stadt.

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Geopolitische Lage treibt Rohölpreise

Neben den regionalen Faktoren spielt auch der globale Rohölpreis eine zentrale Rolle. Der ADAC verweist auf die angespannte Lage zwischen den USA und dem Iran als wichtigen Einflussfaktor. Sollte der Konflikt eskalieren, wäre der Öltransport durch die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölhandel – gefährdet, was die Preise weiter in die Höhe treiben könnte.

ADAC rät: Abends tanken und Preise vergleichen

Wer trotz der hohen Preise sparen will, dem empfiehlt der ADAC zwei einfache Maßnahmen: Erstens sollten Autofahrer bevorzugt in den Abendstunden tanken. Im Vergleich zu den Morgenstunden lassen sich so bis zu 13 Cent pro Liter einsparen. Zweitens rät der Automobilclub, die Preise verschiedener Tankstellen konsequent zu vergleichen und gezielt die günstigste Station anzufahren.

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