Sachsen-Anhalts Regierung will die Sicherheitsvorkehrungen des Bundeslandes gegen Bedrohungen wie Cyberangriffe, Sabotageakte und Extremwetterlagen verstärken. Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) kündigte an, dass ein sogenannter Resilienz-Stab eingerichtet wird, der ressortübergreifend arbeiten und die Widerstandsfähigkeit des Landes verbessern soll. Die Initiative erfolgte laut Zieschang auf vermehrt auftretende sicherheitsrelevante Vorfälle, die 2025 eine hohe zweistellige Zahl erreichten.
„Unsere hoch technisierte Gesellschaft ist zunehmend anfällig für neue Bedrohungen. Um in Krisen handlungsfähig zu bleiben, müssen wir Risiken frühzeitig erkennen, Institutionen stärken und gezielt in Vorsorge investieren“, erklärte Zieschang nach einer Kabinettssitzung in Magdeburg.
Der Resilienz-Stab wird von Zieschang geleitet und setzt sich aus Vertretern der Staatskanzlei sowie aller Ressorts der Landesregierung zusammen. Er orientiert sich an der Arbeitsweise eines Krisenstabs und soll mindestens einmal pro Quartal tagen. Ein Fachausschuss unter Leitung des Innenministeriums wird den Stab inhaltlich vorbereiten. Ziel ist es, die Energie-, Trinkwasser- und Gesundheitsversorgung sowie den Personen- und Güterverkehr besser gegen Bedrohungen abzusichern.
Bereits die Beeinträchtigung eines einzelnen Sektors könne weitreichende Folgen für andere Bereiche haben, warnte Zieschang. Daher sei eine enge Abstimmung zwischen den Betreibern kritischer Infrastrukturen und der Landesregierung unerlässlich. Der Resilienz-Stab soll diese Koordinierung sicherstellen und die Vorsorge lückenlos organisieren.
Zunehmende Bedrohungen durch Cyberangriffe und Extremwetter
Die Entscheidung zur Einrichtung des Resilienz-Stabs folgt auf eine Reihe von Vorfällen in den vergangenen Jahren. Allein im Jahr 2025 gab es in Sachsen-Anhalt laut Innenministerium eine mittlere zweistellige Zahl an Cyberangriffen, die überwiegend einer mutmaßlich russischen Hackergruppe zugeschrieben werden. Zudem wurden im gleichen Jahr zahlreiche Drohnen über militärischen Einrichtungen gesichtet, was zu umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen führte. Weitere Vorfälle umfassten Sachbeschädigungen und Brandstiftungen.
Neben den kriminellen Bedrohungen sieht das Land auch wachsende Risiken durch Extremwetterereignisse, die laut Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) infolge des Klimawandels immer häufiger auftreten. „Sicherheit und Stabilität sind kein Zufall – sie sind das Ergebnis guter Vorbereitung“, betonte Schulze.
Ein zentraler Bestandteil der neuen Strategie ist die Zusammenarbeit der verschiedenen Ressorts und Institutionen. Fachliche Unterarbeitsgruppen, etwa zur Resilienz der Gesundheitsversorgung, sollen spezifische Maßnahmen entwickeln. „Die Stärkung der Resilienz ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die alle gesellschaftlichen Ebenen einbezieht“, so Zieschang.
Bereits in den Jahren 2022 und 2023 hatte Sachsen-Anhalt einen Vorbereitungsstab eingerichtet, um die Arbeitsfähigkeit der Landesverwaltung bei Krisen, insbesondere bei Stromausfällen, sicherzustellen. Der neue Resilienz-Stab baut auf diesen Erfahrungen auf, geht jedoch durch die Einbindung weiterer Sektoren deutlich über die bisherigen Maßnahmen hinaus.
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