Sprachunterricht

Sachsen: Russisch-Unterricht bricht ein – Spanisch im Aufwind

In der DDR war Russisch-Unterricht für alle Schüler ab Klasse 5. ein Pflichtfach. Die Zeiten sind lange vorbei. Das Interesse am Erlernen der Sprache hat stark nachgelassen.

3 Min
Russisch verliert an Sachsens Schulen an Bedeutung.

Russisch verliert an Sachsens Schulen an Bedeutung.

© Silas Stein

Die russische Sprache verliert an Sachsens Schulen deutlich an Bedeutung. Laut einer Statistik des Dresdner Kultusministeriums belegen im laufenden Schuljahr 14.035 Schüler Russisch-Unterricht. Im Schuljahr 2020/2021 waren es noch 19.354.

Parallel dazu ist die Zahl der Russisch-Lehrkräfte gesunken: von 2.215 vor fünf Jahren auf aktuell 1.462.

Ausbildung in der DDR – jetzt droht die Pensionierungswelle

Das Ministerium führt den Rückgang bei den Lehrkräften nicht auf eine geringere Attraktivität des Faches zurück. „Der Rückgang der Russisch-Lehrkräfte hat zunächst nichts mit der Attraktivität von Russisch-Unterricht zu tun. Vielmehr haben die meisten Russischlehrer ihre Ausbildung noch in der Zeit der DDR erhalten und gehen nun in den nächsten Jahren in den Ruhestand“, heißt es aus dem Ministerium.

Nach der Wende hätten sich kaum noch junge Menschen für ein Lehramtsstudium in Russisch entschieden. Stattdessen seien Spanisch, Italienisch und Französisch nachgefragt worden – ein Trend, der sich auch bei den Schülern zeige.

Englisch dominiert, Spanisch wächst kräftig

Englisch wird in Sachsen bereits ab der dritten Klasse der Grundschule unterrichtet und ist mit 423.587 Lernenden die mit Abstand am häufigsten gewählte Fremdsprache. Es folgen Französisch mit 58.079, Spanisch mit 31.193 und Latein mit 16.974 Schülern. Tschechisch belegen 3819, Italienisch 2119 und Polnisch 1783 Jugendliche. Griechisch bleibt mit 93 Lernenden ein Nischenfach – vor fünf Jahren waren es noch 157.

Neben Russisch und Griechisch ist im Fünfjahresvergleich auch das Interesse an Polnisch rückläufig. Französisch und Latein bleiben weitgehend stabil, während Spanisch deutlich zugelegt hat. Der Zuwachs bei Englisch erklärt sich durch die insgesamt gestiegene Schülerzahl.

Entsprechend verteilen sich auch die Lehrkräfte: 3800 unterrichten Englisch, gefolgt von Russisch, Französisch (736), Latein (284) und Spanisch (162).

Zwei Fremdsprachen sind Pflicht

Nach Angaben des Ministeriums wird Englisch ab Klassenstufe 5 für alle Schüler fortgeführt. Bis zur gymnasialen Oberstufe sind zwei Fremdsprachen verpflichtend. Ab Klasse 6 stehen Französisch, Italienisch, Latein, Polnisch, Russisch, Spanisch oder Tschechisch zur Wahl. An ausgewählten Gymnasien startet die zweite Fremdsprache bereits in Klassenstufe 5.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Ab Klasse 8 kann eine weitere Fremdsprache hinzukommen – zur Auswahl stehen Französisch, Griechisch, Italienisch, Latein, Polnisch, Russisch, Spanisch oder Tschechisch. An Gymnasien mit vertiefter sprachlicher Ausbildung gibt es zudem bilinguale Klassen für Englisch, Französisch, Polnisch und Tschechisch.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner