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Samsung Electronics: Nachfrage nach Speicherchips lässt Konzerngewinn explodieren

Hinter dem Höhenflug steht die weltweite Jagd nach Chips für künstliche Intelligenz. Die Börse zweifelt dennoch an der Dauerhaftigkeit des Booms.

Peter Steiniger
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3 Min
Samsung Electronics profitiert von der hohen Nachfrage nach Speicherchips für Anwendungen der künstlichen Intelligenz.

Samsung Electronics profitiert von der hohen Nachfrage nach Speicherchips für Anwendungen der künstlichen Intelligenz.

© Philip Fong/AFP

Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung Electronics erwartet für das dritte Quartal 2026 einen operativen Gewinn von rund 107,4 Billionen Won (etwa 80 Milliarden US-Dollar). Das teilte das Unternehmen am Donnerstag in seiner vorläufigen Gewinnprognose mit. Der Wert liegt damit fast neunmal so hoch wie im Vorjahresquartal.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters ist es das vierte Rekordquartal in Folge. Der Umsatz soll laut Unternehmensmitteilung zwischen 194 und 196 Billionen Won betragen und damit gegenüber dem Vorjahr um rund 127 Prozent steigen. Die detaillierten Quartalszahlen will Samsung am 29. Oktober veröffentlichen.

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise

Haupttreiber ist nach Darstellung von Reuters die starke Nachfrage nach Speicherchips für Anwendungen der künstlichen Intelligenz. Betroffen sind sowohl herkömmliche DRAM- und NAND-Bausteine als auch sogenannte High-Bandwidth-Memory-Chips (HBM), die für die Verarbeitung großer Datenmengen in KI-Systemen benötigt werden.

Das Marktforschungsunternehmen TrendForce rechnet laut Reuters im vierten Quartal mit einem weiteren Anstieg der DRAM-Preise um zehn bis 15 Prozent, nach einem Sprung von rund 60 Prozent im zweiten Quartal.

Samsung und der US-Konkurrent Micron erwarten nach Angaben von Reuters, dass die Knappheit bei Speicherchips bis 2028 anhalten wird. Risiken für die weitere Entwicklung sehen die Hersteller in der chinesischen Konkurrenz und einer möglichen Abschwächung der KI-Investitionen.

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Der börsennotierte Samsung-Konzern geht auf ein 1938 gegründetes Handelsunternehmen zurück. Heute umfasst die Unternehmensgruppe neben dem Elektronikhersteller Samsung Electronics unter anderem Firmen aus dem Schiffbau, der Bauwirtschaft, der Finanzbranche und der Biotechnologie. Samsung zählt zu den sogenannten Chaebols, den großen familiengeprägten Unternehmensgruppen Südkoreas.

Mobilsparte mit Verlust

Der Boom belastet nach Einschätzung von Analysten, die Reuters zitiert, andere Konzernbereiche. Die Mobilsparte mit dem Smartphone-Geschäft habe im dritten Quartal einen Verlust von mehr als einer Milliarde US-Dollar verbucht, da die höheren Preise für Bauteile auf die Marge drücken.

Auch das Foundry-Geschäft, in dem Samsung Chips im Auftrag anderer Unternehmen fertigt, bleibe wegen hoher Fixkosten und geringer Auslastung defizitär.

Trotz der Rekordprognose gab die Samsung-Aktie laut Reuters im frühen Handel leicht nach. Seit einem Höchststand im Juni ist der Kurs demnach um mehr als 25 Prozent gefallen. Analysten begründen dies mit Zweifeln an der Dauerhaftigkeit des KI-Booms und mit der Aufwertung der südkoreanischen Währung, die den Wert der in Dollar erzielten Auslandserlöse schmälert.

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