Fußball

Hannover 96 in Magdeburg: Sandro Wagner tritt gleich doppelt in Titz' Fußstapfen

Erst große Sprüche in Augsburg, jetzt leise Töne: Sandro Wagner gibt sein Debüt bei Hannover 96 in Magdeburg – dort, wo Christian Titz eine Ära prägte.

4 Min
Sandro Wagner kommt als neuer Cheftrainer von Hannover 96 nach Magdeburg.

Sandro Wagner kommt als neuer Cheftrainer von Hannover 96 nach Magdeburg.

© Swen Pförtner/dpa

Der 1. FC Magdeburg empfängt am Sonnabend (13 Uhr) Hannover 96, und die Gäste bringen ihren prominenten neuen Trainer mit. Sandro Wagners erstes Spiel führt ihn an den Ort, an dem sein Vorgänger Christian Titz über vier Jahre eine Ära geprägt hat. Ausgerechnet in Magdeburg feiert Wagner sein Pflichtspieldebüt bei Hannover – und seinen persönlichen Neustart.

Wagners Neustart eine Liga tiefer

Der frühere Stürmer des FC Bayern hat sich als Trainer in kurzer Zeit einen Namen gemacht. Nach dem Rauswurf von Hansi Flick führte er gemeinsam die DFB-Elf im Trainergespann mit Rudi Völler und Hannes Wolf zu einem Sieg gegen Frankreich, danach betreute er als Co-Trainer von Julian Nagelsmann die erfolgreiche Heim-EM 2024.

Im vergangenen Jahr schloss er sich dem Bundesligisten FC Augsburg an. In Erinnerung geblieben ist aus dieser Zeit weniger sein Fußball als sein Mundwerk. „Ich sehe es nicht, dass wir weniger Qualität haben als Bayern. Sehen Sie vielleicht so, ich sehe das nicht so“, sagte Wagner etwa nach einem Spiel gegen den FC Bayern. Nach dem 12. Spieltag wurde er entlassen.

Sandro Wagner nahm als Trainer des FC Augsburg kein Blatt vor den Mund.

Sandro Wagner nahm als Trainer des FC Augsburg kein Blatt vor den Mund.

© IMAGO/nordphoto GmbH / Hafner

Nun bekommt er eine Etage tiefer eine neue Chance, und auf der Pressekonferenz vor dem Spiel in Magdeburg wirkte er deutlich ruhiger, fast vorsichtig. „Bei mir persönlich ist es so, dass ich meine Gefühle weniger teilen möchte, sondern wirklich, dass es um die Mannschaft geht“, sagte Wagner. Der volle Fokus liege auf Magdeburg, seine eigene Person sei uninteressant. Auch dass seine Spielweise als „Wagner-Fußball“ bezeichnet wird, wollte er nicht stehen lassen. „H96-Fußball, das ist mir wichtig.“

Wagner tritt auf, wo Titz am besten war

Dass er nun in Magdeburg debütiert, hat eine besondere Note. Titz hatte den FCM im Februar 2021 auf Platz 17 übernommen und in gut vier Jahren bis auf Rang fünf der 2. Bundesliga geführt.

Trainer Christian Titz erlebte erfolgreiche Zeiten beim 1. FC Magdeburg.

Trainer Christian Titz erlebte erfolgreiche Zeiten beim 1. FC Magdeburg.

© Andreas Gora/dpa

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Im vergangenen Sommer wechselte er nach Hannover und dort setzte er die Aufwärtsentwicklung zunächst fort. Die Niedersachsen hatten die Vorsaison auf Platz neun beendet, mit Titz wurden sie Vierter und verpassten die Aufstiegsplätze nur um zwei Punkte.

In dieser Spielzeit aber lief es schleppend: Hannover holte vier Punkte, verlor gegen den Tabellenzweiten Nürnberg und gegen den teuersten Kader der Liga, den VfL Wolfsburg, aber auch bitter gegen den FC Energie Cottbus. Nach fünf Spielen musste Titz gehen.

Wagner übernahm und sieht ungeachtet der Brisanz euphorisch auf das Gastspiel in Magdeburg. „Die Stimmung wird richtig gut. Das ist ein schöner Kessel. Gute Lautstärke. Ich persönlich freue mich da sehr drauf“, sagte er.

Vor Magdeburg gewarnt

Sportlich nimmt der neue Trainer Magdeburg ernst. „Erst mal sind sie in der Tabelle vor uns“, sagte Wagner. Im ersten Spiel hätten die Magdeburger nicht so performt, wie sie sich das gewünscht hätten, aber „sie haben offensichtlich die richtigen Lehren gezogen“ und es in den vergangenen Wochen „richtig gut gemacht“. Auf den einzelnen Positionen habe der FCM „für die Liga herausragende Spieler“, gerade technisch, und mit den Neuverpflichtungen noch einmal nachgelegt.

Auch abseits des Platzes hat Wagner genau hingeschaut: „So wie ich das mitbekommen habe, hat der Klub auch in Steine investiert. Wenn man sich das neue Trainingsgelände anschaut, das ist ja schon beeindruckend.“

Es sind fast demütige Töne von einem Mann, der in Augsburg noch keinen Unterschied zu den Bayern erkennen wollte. In Magdeburg sieht er nun, was sein Vorgänger hinterlassen hat. Am Sonnabend muss er beweisen, dass er in diesen Fußstapfen nicht nur stehen, sondern auch gehen kann.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner