Seit März 2023 wird der U-Bahnhof Senefelderplatz grundlegend saniert. Eigentlich sollten die Arbeiten längst weiter sein. Doch während der Sanierung zeigte sich: Der Zustand des mehr als 110 Jahre alten Bauwerks ist schlechter als zunächst angenommen.
Deshalb mussten der ursprüngliche Bauablauf angepasst und die Sanierung deutlich ausgeweitet werden. Nach aktuellem Stand sollen die Arbeiten erst im Oktober 2028 abgeschlossen sein.
Der 1913 eröffnete und denkmalgeschützte Bahnhof erhält eine Grundinstandsetzung. Gleichzeitig wird auch der U-Bahn-Tunnel saniert. Um den U-Bahn-Betrieb möglichst aufrechtzuerhalten, erfolgen viele Arbeiten abschnittsweise und vor allem während der nächtlichen Betriebspausen.
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Schäden größer als erwartet
Neben Rissen im Mauerwerk werden unter anderem Decken und Hintergleiswände saniert, die Bahnsteigbeleuchtung erneuert und die Hintergleiswände neu verfliest. Auch ein Betriebsraum auf dem Bahnsteig wird neu gebaut.
Die Arbeiten sind besonders aufwendig, weil der Bahnhof unter Denkmalschutz steht. Historische Farben und bauliche Details müssen erhalten beziehungsweise originalgetreu wiederhergestellt werden.
Für die Tunnelsanierung muss außerdem die Außenabdichtung des Bauwerks auf rund 60 Metern erneuert werden. Da diese Arbeiten nur von außen möglich sind, wurde die Kreuzung Schönhauser Allee/Schwedter Straße teilweise geöffnet. Dadurch kommt es auch im Straßenverkehr zu Einschränkungen.
Warum dauert die Sanierung so lange?
Während der Bauarbeiten soll der U-Bahn-Betrieb möglichst weiterlaufen. Deshalb wird vor allem nachts gearbeitet und jeweils nur auf einer Bahnsteigseite gebaut.
Nach Beginn der Arbeiten stellte sich allerdings heraus, dass die Schäden an Decken und Hintergleiswänden größer waren als zunächst angenommen. Eine umfassendere Betonsanierung wurde notwendig. Bauleistungen mussten umgeplant und neu ausgeschrieben werden.
Zusätzliche Verzögerungen gab es nach dem Absacken des U-Bahn-Tunnels am Alexanderplatz im Jahr 2022. Wegen des damals notwendigen Pendelbetriebs der U2 konnten die Arbeiten am Senefelderplatz nur eingeschränkt fortgesetzt werden.
Hinweisschild am U-Bahnhof Senefelderplatz: Die U2 hält bis März 2027 nicht in Richtung Pankow. Ein Linienplan informiert Fahrgäste über die Umleitung.
© Alexandra Gretschichin/Berliner Zeitung
Weitere Einschränkungen für Fahrgäste
Die Folgen bekommen Fahrgäste weiterhin zu spüren: Bis zum 12. März 2027 entfällt der Halt am Senefelderplatz in Richtung Pankow. Noch bis zum 11. Dezember 2026 gibt es außerdem sonntags bis donnerstags ab etwa 22.30 Uhr einen nächtlichen Ersatzverkehr zwischen Senefelderplatz und Spittelmarkt.
Weitere Ausgangssperrungen sind im Verlauf der Bauarbeiten möglich. Die BVG rechnet derzeit damit, dass die Sanierung des U-Bahnhofs Senefelderplatz im Oktober 2028 abgeschlossen sein wird.
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„10 bis 15 Minuten fahre ich auf jeden Fall länger“
Eine Frau, die die Strecke täglich nutzt, hat sich inzwischen mit dem Pendelverkehr abgefunden. Seit der Wiedereröffnung der Station Rosenthaler Platz sei die Situation für sie immerhin besser: „Ich muss nicht mehr bis zum Alex fahren und dann wieder zurück nach Pankow.“
Ärgerlich seien jedoch weiterhin die Verspätungen. „10 bis 15 Minuten fahre ich auf jeden Fall länger“, sagt sie der Berliner Zeitung. Sie hoffe, dass die Baustelle möglichst schnell abgeschlossen wird.
„Mich stört es nicht“
Auch eine weitere Frau, die regelmäßig mit der U-Bahn fährt, sieht die Baustelle gelassen. „Mich stört es nicht, es wird ja auch immer alles angesagt“, sagt sie. Verspätungen seien ihr bislang nicht aufgefallen, auch mit dem Pendelverkehr habe sie kein Problem.
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Sie rechnet allerdings damit, dass die Bauarbeiten noch einige Zeit andauern werden. „Ich glaube, es wird auch noch ein wenig länger dauern, bis die Baustelle fertig ist, aber mich stört es nicht. Zur Not kann man auch das Taxi oder das Fahrrad nehmen.“
„Es wäre gut, wenn es eine Anzeigetafel geben würde“
Die 46-jährige Bircan H. fährt zweimal pro Woche mit der U2 und kommt derzeit gut mit der Baustelle zurecht. Da sie nur eine Station fahren müsse, seien die Einschränkungen für sie nicht besonders groß.
Dennoch hat sie einen Wunsch: eine Anzeigetafel vor Ort, die über die Abfahrtszeiten informiert. „Es wäre gut, wenn es eine Anzeigetafel geben würde“, sagt sie.
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