Insel Kharg

Bericht: Hinweise auf Stillstand an Irans Ölexportterminal Kharg – keine Tanker gesichtet

Auch nach der US-Seeblockade belud der Iran weiterhin Öltanker auf der Insel Kharg. Doch nun wurden einem Bericht zufolge seit Tagen keine Hochseetanker gesichtet.

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Ein im März veröffentlichtes Satellitenbild der Insel Kharg

Ein im März veröffentlichtes Satellitenbild der Insel Kharg

© European Space Agency/AFP

Öllieferungen vom wichtigsten iranischen Exportterminal auf der Insel Kharg scheinen in den letzten Tagen zum Erliegen gekommen zu sein. Das berichtet der Finanzdienst Bloomberg unter Berufung auf Aufnahmen des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus.

An den Verladestellen der iranischen Insel Kharg im Persischen Golf sind nach Auswertung von Satellitenbildern am 8., 9. und 11. Mai keine Hochsee-Öltanker mehr gesichtet worden. Es handle sich nach Bloomberg-Angaben um die längste beobachtete Unterbrechung seit Beginn des Krieges Ende Februar.

US-Seeblockade: Iran belud Tanker weiter

Der Iran hatte laut Bloomberg während des Konflikts trotz der seit Mitte April geltenden US-Seeblockade in der Straße von Hormus weiter Tanker auf Kharg beladen und diese teils als schwimmende Lager genutzt. Östlich der Insel habe sich seither eine wachsende Flotte von Tankern angesammelt – die Zahl der sehr großen Rohöltanker sei von drei am 11. April auf mindestens 18 Schiffe verschiedener Größe am 11. Mai gestiegen. Es ist dem Bericht zufolge unklar, wie viele von ihnen beladen sind.

Die New York Times hatte am Freitag unter Berufung auf am 6. Mai aufgenommene Satellitenbilder über einen Ölteppich vor der Westküste Khargs berichtet. Nach Schätzung des Überwachungsdienstes Orbital EOS seien möglicherweise über 3000 Barrel Öl ausgetreten. Der Iran habe ein Leck dementiert und spätere Bilder zeigten kein eindeutiges Anzeichen dafür, berichtete Bloomberg.

Lagertanks füllen sich

Laut Bloomberg war das Terminal seit Kriegsbeginn Ende Februar nie länger als einen Tag leer. Für 33 der 73 Tage gebe es Satellitenbilder, auf zwei seien keine vor Anker liegenden Tanker zu sehen – eines von Mitte April und eines von Anfang März. Wegen der Umlaufbahn der Satelliten Sentintel 1 und 2 werde nicht jeder Bereich der Erdoberfläche jeden Tag abgedeckt.

Die Auswertung der Satellitenbilder zeigte dem Bericht zufolge, dass die Füllstände mehrerer Lagertanks auf Kharg offenbar zunehmen. Dies lasse sich an den kürzer werdenden Schatten der Schwimmdächer ablesen. Sollten die Kapazitäten erschöpft sein, könnte Teheran zu stärkeren Förderkürzungen gezwungen sein, hieß es. Die Analysefirma Kpler hatte dem Bericht zufolge zuvor geschätzt, dass der Iran bis Ende Mai weiterfördern könne, bevor die Lagerkapazitäten erschöpft seien.

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