Saudi-Arabien hat die Rohölverladungen am Hafen Yanbu am Roten Meer wieder aufgenommen. Die Verladungen begannen am Sonntag, nachdem die beschädigte Ost-West-Pipeline teilweise repariert und getestet worden war, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Auch die Nachrichtenagentur Reuters meldete am Dienstag unter Berufung auf Handelsquellen und Schifffahrtsdaten die Wiederaufnahme der Ölverladungen.
Nato-Oberbefehlshaber warnt vor Zusammenarbeit von Russland, China, Iran und Nordkorea
Pipeline nach Drohnenangriffen wieder in Betrieb
Saudi-Arabien hatte den Betrieb der Ost-West-Pipeline am 11. September nach Drohnenangriffen eingestellt. Das Königreich machte laut Reuters irakische Milizen dafür verantwortlich. Die Unterbrechung hatte auch die Rohölexporte über Yanbu zum Erliegen gebracht. Am 22. September wurde der Pipelinebetrieb dem Bericht zufolge wieder aufgenommen.
Reuters hatte zu diesem Zeitpunkt unter Berufung auf informierte Quellen berichtet, dass die Ölverladungen in Yanbu noch am selben Tag wieder aufgenommen werden könnten. Zwei Tage später meldete die Nachrichtenagentur jedoch, dass die Verladungen noch nicht fortgesetzt wurden. Das Öl sei zunächst in Raffinerien an der saudischen Westküste geleitet worden. Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco wollte demnach zunächst ausreichende Ölmengen im Hafen ansammeln, bevor die Lieferungen wieder beginnen konnten.
Nach Angaben des Schiffsverfolgungsunternehmens TankerTrackers.com wurden auf Satellitenbildern der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) vom 27. September in Yanbu und am südlich gelegenen Terminal Al Muajjiz Ölverladungen von insgesamt knapp zehn Millionen Barrel Rohöl beobachtet. Das Unternehmen identifizierte zudem Verladungen raffinierter Ölprodukte und insgesamt 40 Tanker in der Region. Zwei Handelsquellen schätzten laut Reuters, dass seit vergangener Woche täglich etwa zwei Millionen Barrel Rohöl in Yanbu verladen worden seien.
Pipelinebetrieb noch nicht auf früherem Niveau
Die vom Wall Street Journal zitierten Quellen bezifferten den aktuellen Durchsatz der Ost-West-Pipeline auf rund 3,5 Millionen Barrel Rohöl pro Tag. Ein Teil davon werde für die Versorgung heimischer Raffinerien verwendet. Die Leitung verbindet die Ölfördergebiete am Persischen Golf mit dem Roten Meer und ermöglicht Saudi-Arabien damit den Export von Rohöl, ohne die Straße von Hormus passieren zu müssen.
Das Schiffsverfolgungsunternehmen Kpler schätzte die aktuelle Transportmenge der Ost-West-Pipeline laut Reuters auf rund 2,65 Millionen Barrel täglich. In den kommenden Tagen könnte dieser Wert auf drei bis vier Millionen Barrel steigen. Eine vollständige Rückkehr zum Niveau vor den Angriffen von etwa 5,5 Millionen Barrel pro Tag könnte nach Einschätzung des Unternehmens allerdings noch etwa einen Monat dauern.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]